Kurzpässe Magath tritt gegen Schalke nach, 96 verlängert mit Schulz
96-Verteidiger Schulz (l. gegen Bayerns Lahm): "Christian möchte international spielen"
Foto: Jochen Lübke/ dpaHamburg - Felix Magath hat nur einen Tag nach dem Friedensschluss mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Schalke 04 noch einmal nachgetreten: "Leider haben mich nicht alle unterstützt", sagte der 57-Jährige der "Welt am Sonntag". Zwar habe er sich dagegen gewehrt, doch wenn sein Team als "Besatzungsmacht" bezeichnet und angesehen werde, habe er keine Chance mehr.
Magath sagte weiter, er habe stets alles für den Club gegeben und keine Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten genommen, was dazu führte, "dass sich gewisse Personen auf den Schlips getreten" fühlten. Zudem beklagte sich Magath, dass der Vorstand den strukturellen Umbruch nicht mitgetragen habe.
Franz Beckenbauer hat sich besorgt über den Zustand des Hamburger SV geäußert. "Der HSV liegt in Trümmern", wird der 65- Jährige am Samstag in mehreren Hamburger Zeitungen zitiert. Der Verein habe ein riesiges Potenzial und nach dem FC Bayern das schönste Stadion. "Der Verein ist mir ans Herz gewachsen, es ist traurig, dass man sich hier selbst im Weg steht." Die Norddeutschen, bei denen Beckenbauer von 1980 bis 1982 unter Vertrag stand, bräuchten jetzt viel Geduld, sagte der ehemalige Abwehrspieler.
"Da gibt es Sitzungen, und eine Stunde später ist alles öffentlich", so Beckenbauer. "Wenn die entscheidenden Leute das Gefühl haben, nicht offen miteinander umgehen zu können, kannst du den Laden dichtmachen", sagte er und hat die Struktur der Hanseaten als Ursache der Probleme ausgemacht. Früher hätten drei Leute den Verein gelenkt, inzwischen seien es etliche Gremien: "Je schlanker ein Unternehmen in der Spitze ist, desto größer sind die Aussichten auf Erfolg", sagte Beckenbauer.
Einen Tag nach der Vertragsverlängerung mit Sportdirektor Jörg Schmadtke hat Hannover 96 ein Spieler-Quartett langfristig an sich gebunden. Neben dem vom VfL Wolfsburg heftig umworbenen Christian Schulz verlängerte in Karim Haggui ein weiterer Stammspieler bis 2014. Sofian Chahed und Markus Miller banden sich bis 2013 an den Tabellendritten. Die Verträge der vier Spieler wären am Saisonende ausgelaufen. Die Verlängerung mit Ersatztorhüter Miller bedeutet, dass Florian Fromlowitz, der beim 2:0 gegen 1899 Hoffenheim noch das Tor für den verletzten Stammkeeper Ron-Robert Zieler hütete, den Verein verlassen muss. 96-Trainer Mirko Slomka zeigte sich hocherfreut über die Vertragsabschlüsse: "Das bedeutet, dass wir nachhaltig erfolgreich bleiben wollen. Dafür stehen diese Spieler. Wir sind stolz daruaf, dass wir in eine Position gekommen sind, in der wir Topspieler halten können, die auch bei anderen auf dem Zettel standen."
Bayer Leverkusen plagen vor dem Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Schalke 04 offenbar große Personalsorgen. Zwei Tage nach dem Achtelfinal-Aus in der Europa-League beim FC Villarreal ist der Einsatz mehrerer Leistungsträger fraglich. Beim Tabellenzweiten drohen Gonzalo Castro und Renato Augusto (beide muskuläre Probleme) ebenso auszufallen wie Eren Derdiyok (Wade) und Stefan Kießling (Sprunggelenk). Dazu ist der Einsatz von Abwehrspieler Sami Hyypiä fraglich. "Einige Spieler sind angeschlagen aus Spanien zurückgekehrt und befinden sich in ärztlicher Behandlung. Eine endgültige Entscheidung über ihren Einsatz wird erst im Anschluss an das Abschlusstraining am Samstagnachmittag fallen", sagte Bayers Kommunikationsdirektor Meinolf Sprink.
Der Kampf um den Relegationsplatz der 3. Fußballliga spitzt sich weiter zu. Dynamo Dresden und Rot-Weiss Erfurt konnten den Abstand auf die drittplatzierten Kickers Offenbach am Samstag auf einen Punkt verkürzen. Im Thüringen-Derby beim FC Carl Zeiss Jena gewann Erfurt 3:1 (1:0), Dresden schlug Rot Weiss Ahlen souverän 3:0 (2:0). Erfurt liegt nach dem Sieg auf Rang vier, aufgrund des besseren Torverhältnisses einen Platz vor Dresden. Dresden hat am kommenden Samstag die Chance, durch einen Sieg im Nachholspiel gegen den 1. FC Heidenheim an Offenbach vorbeizuziehen.
Der SV Wehen Wiesbaden konnte vom 0:0 der Offenbacher gegen die TuS Koblenz nicht profitieren. Das Team von Gino Littieri kam beim SV Sandhausen ebenfalls nur zu einem 0:0 und rutschte auf Platz sechs ab.