Kurzpässe Mertesacker vor Comeback, Spanien feiert Odonkor
Hamburg - Zum ersten Mal nach der Fußball-Weltmeisterschaft steht Per Mertesacker wieder im Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der 22 Jahre alte Abwehrspieler von Werder Bremen ist nach längerer Verletzungspause von Bundestrainer Joachim Löw in das insgesamt 19 Spieler umfassenden DFB-Aufgebot für das EM-Qualifikationsspiel gegen Zypern am kommenden Mittwoch in Nikosia (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) berufen worden. Sein bislang letztes Länderspiel absolvierte Mertesacker beim 0:2 nach Verlängerung im WM-Halbfinale gegen Italien am 4. Juli dieses Jahres. Löw nominierte aufgrund der akuten Personalnot im Angriff zudem erneut Jan Schlaudraff von Aufsteiger Alemannia Aachen, der am vergangenen Wochenende von seinem Club in der Bundesliga eine Denkpause erhalten hatte.
David Odonkor entwickelt sich beim spanischen Erstligisten Betis Sevilla offenbar zum Musterschüler: Nachdem der ehemalige Dortmunder nach der Pleite gegen Real Saragossa vor knapp drei Wochen von den spanischen Medien "als schlechtester Spieler der Partie" noch mit der Note 6 abgestraft wurde, feierte ihn die Sporttageszeitung AS heute nach dem 2:0-Pokalerfolg gegen Recreativo Huelva überschwänglich und gab ihm die Note 1. Mit einem Sololauf auf der rechten Außenbahn und einer anschließend perfekten Vorlage zum 2:0 durch den Brasilianer Rafael Sobis riss der Flügelstürmer die Zuschauer von den Sitzen.
Die Entscheidung über die Zukunft von Trainer Thomas von Heesen beim Fußball-Bundesligisten Arminia Bielefeld wird definitiv erst im Winter fallen. "Es wird bis Weihnachten keine Vertrags-Gespräche geben, und ich habe auch nie gesagt, dass ich vorher welche will", sagte der Coach dem sid. Von Heesen, der noch seinen Trainerschein machen muss, war von Präsident Hans-Hermann Schwick öffentlich bis zum Winter vertröstet worden. Zu dem Gerücht, er würde möglicherweise neuer Coach bei Borussia Dortmund, sagte der 45-Jährige: "Meine Tendenz ist erst einmal, dass ich mit der Arminia kurzfristig die Ziele erreiche. Um meine Zukunft mache ich mir jedenfalls keine Sorgen."
Helmut Spahn hat heute beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) seinen Posten als neuer hauptamtlicher Sicherheitsbeauftragter und Leiter der Task Force angetreten. Mit einem Acht-Punkte-Plan will die Gewalt in deutschen Stadien eindämmen. Der 45 Jahre alte ehemalige Chef des Spezialeinsatzkommandos bei der Polizei Frankfurt/Main, der von September 2003 bis Oktober diesen Jahres zudem als Sicherheitschef des WM-Organisationskomitees verantwortlich zeichnete, erklärte in einem Interview mit der Homepage dfb.de: "Meine Tätigkeiten beim WM-OK und bei der Polizei mit sehr ähnlichen Themenstellungen werden mir bei der Bewältigung dieser neuen Aufgabe eine große Hilfe sein. Unsere Leitlinien bei der WM 2006 wie auch die grundsätzlichen Problemstellungen und die daraus resultierenden Konzepte sind grundsätzlich eins zu eins auch auf diese Tätigkeit zu übertragen." Wichtigster Aspekt in seinem Konzept sei der "Aufbau eines Informations- und Meldesystems für Ereignisse sicherheitsrelevanter Bedeutung im gesamten deutschen Fußball". Die erste Sitzung der Task Force wurde für Ende November angesetzt.
Thailands Fußball-Fans müssen vorerst auf Spiele ihrer Nationalmannschaft verzichten. Der Verband hat das Team aufgelöst. "Wir haben zu viele alte Spieler und können mit der aktuellen Mannschaft nicht erfolgreich bei den großen Turnieren des kommenden Jahres abschneiden", erklärte ein Sprecher und fügte hinzu: "Wir wollen in Zukunft eine Mannschaft mit den besten Akteuren des Landes zusammenstellen, die dann wieder konkurrenzfähig ist." Thailands Teamchef Virat Chanpanich, der erst vor zwei Wochen sein 28-köpfiges Aufgebot für den im Dezember anstehenden Kings-Cup benannt hatte, reagierte bestürzt und kündigte seinen Rücktritt an. In den vergangenen zwei Jahren wurde die thailändische Nationalmannschaft von vier Trainern betreut, darunter auch der ehemalige deutsche Nationalspieler Sigi Held, der Ende 2004 in einem Länderspiel in Bangkok mit seiner Mannschaft gegen Deutschland 1:5 unterlag.
mt/sid