Kurzpässe: Milliardäre und schweigende Kapitäne - DER SPIEGEL
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Kurzpässe Milliardäre und schweigende Kapitäne

Nach Chelsea und Manchester United hat nun Aston Villa einen Milliardär als Eigentümer. Natürlich will auch der seinen neuen Club zu einem Topverein machen. Brasiliens Nationaltrainer Dunga wäre schon zufrieden, wenn Ronaldo fit und Lucio lauter sein würden. In Stockholm gab es Krawalle.
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Hamburg - Der neue Mehrheitseigentümer von Aston Villa heißt Randy Lerner. Der US-Investor, dessen Vermögen auf eine Milliarde Euro geschätzt wird, machte die Übernahme des Premier-League-Clubs heute perfekt. Die Lerner-Gruppe hält nun 90 Prozent der Villa-Aktien. Nach Roman Abramowitsch (FC Chelsea) und Malcolm Glazer (Manchester United) ist Lerner der dritte schwerreiche Unternehmer, der sich an die Spitze eines englischen Erstligaclubs setzt.

Vier Unternehmen hatten seit September 2005 um die Kontrolle bei dem börsennotierten Traditionsverein Aston Villa gerungen, der 1982 den Europapokal der Landesmeister gewann (1:0 gegen Bayern München). Bereits im August hatte der Vorstand um den seit 24 Jahren amtierenden Clubchef Doug Ellis empfohlen, dem Verkauf der Mehrheit an die Gruppe um Lerner für rund 119 Millionen Euro zuzustimmen. Lerner will den Club nun zu einem europäischen Top-Verein machen. "Es ist mein fester Glaube, dass Aston Villa in Zukunft auf dem höchsten Niveau in der Premier League und im europäischen Fußball spielen kann. Das war die Grundlage meines Angebots", sagte Lerner, der unter anderem auch Besitzer des US-Footballteams Cleveland Browns ist.

Brasiliens neuer Nationaltrainer Dunga erhöht den Druck auf Superstar Ronaldo. "Ich erwarte mehr von Ronaldo. Schießt er Tore, ist er gut in Form, kommt er zurück. Sonst nicht. Ich kann nur die besten Spieler gebrauchen, die auch konditionell fit sind. Es gibt keine Stars und keine Stammplätze mehr", sagte der ehemalige Stuttgarter Bundesliga-Profi im Interview mit "Sportbild". Zuletzt hatte Dunga Stürmer von Real Madrid nicht berücksichtigt. Ronaldo gab gestern Abend beim 5:1-Sieg seines Clubs in der Champions League gegen Dynamo Kiew sein Comeback. Wegen einer Knie-Operation nach der WM war der Brasilianer lange ausgefallen.

Zwei Bundesliga-Profis forderte Dunga auf, sich mehr in der Nationalmannschaft einzubringen. Er sei zwar sehr zufrieden mit den Innenverteidigern Lucio (Bayern München) und Juan (Bayer Leverkusen), diese hätten "einen wunderbaren Blick für das Spiel und sind hervorragend auf dem Feld", so Dunga, "aber sie sagen nichts!". Er versuche gerade, "das zu ändern. Wir wollen mehr aus ihnen herausholen, sie auf dem Platz zum Reden bringen, damit sie den anderen Spielern mit ihrer Erfahrung helfen. Gerade Lucio als neuer Kapitän muss auf dem Feld mehr Anweisungen geben."

Nach den Angriffen von ZSKA-Hooligans auf fünf Anhänger des HSV vor dem Champions-League-Duell der beiden Clubs kam es auch in Schweden zu Ausschreitungen, allerdings in weit größerem Ausmaß. Jugendliche Fußball-Rowdies lieferten sich nach dem Stockholmer Derby zwischen AIK und Hammarby IF (0:2) in der Nacht schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. Im Verlaufe der Krawalle wurden 24 Randalierer festgenommen. Nach Polizei-Angaben beteiligten sich rund 300 Hooligans an den Ausschreitungen und warfen mit Steinen auf die Polizisten. Ein Beamter wurde mit einer Platzwunde ins Krankenhaus eingeliefert. Bereits im August hatten Krawalle zum Abbruch des Stockholmer Nachbarschaftsduells zwischen Hammarby und Djurgarden geführt.

goe/sid

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