Kurzpässe Neves attackiert HSV, Hertha bekämpft Rassismus
Hamburg - Drei Jahre Stadionverbot - mit der höchstmöglichen Vereins-Strafe für Fans will Hertha BSC auf einen rassistischen Zwischenfall beim Testspiel gegen Babelsberg 03 reagieren. Beim 4:0-Sieg der Berliner auf einem Hertha-Trainingsplatz war der dunkelhäutige Babelsberg-Stürmer Babacar N'Diaye von Zuschauern beleidigt worden. Der gebürtige Senegalese war während des Spiels direkt auf den pöbelnden Fan zugegangen, die Hertha-Profis Arne Friedrich und Josip Simunic hatten N'Diaye dabei unterstützt. "Es geht um eine Person. Wir sind dabei, ihn zu identifizieren. Wir werden gegen ihn die Maximalsperre verhängen", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß. Zudem entschuldigte sich Hertha in einem öffentlichen Brief beim Regionalligisten Babelsberg.
Thiago Neves hat den Bundesligisten Hamburger SV wegen seines geplatzten Wechsels scharf attackiert. "Das war eine Sauerei", klagte der Mittelfeldmann in einem Interview mit der brasilianischen Sportzeitung "Lance". Die Hamburger hatten sich zuvor geweigert, den Brasilianer zu einem anderen Verein wechseln zu lassen. Er habe die Funktionäre des HSV sogar angefleht, die Angebote aus Saudi-Arabien (Al-Hilal) oder aus Brasilien (Fluminense Rio) zu akzeptieren, sagte Neves. Nun sei er "sehr verärgert und frustriert" und habe jede Motivation verloren.
HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer reagierte gelassen auf die Vorwürfe. "Wenn man nicht spielt, ist man nicht glücklich. Wichtig ist, dass man sich damit auseinandersetzt", sagte Beiersdorfer. "Er muss diese kleine Enttäuschung überwinden. Wir wissen, dass er ein guter Spieler ist. Er hat es nur noch nicht zur Schau gestellt." Neves war im Sommer des vergangenen Jahres für 7,5 Millionen Euro von Fluminense Rio de Janeiro nach Hamburg gekommen. Beim HSV konnte der 23-Jährige aber bisher nicht überzeugen und absolvierte lediglich sechs Kurzeinsätze in der Bundesliga.
Der Karlsruher SC hat wie erwartet Innenverteidiger Dino Drpic von Dinamo Zagreb verpflichtet. Der 27-Jährige werde zunächst bis Saisonende ausgeliehen, teilte der KSC am Mittwoch mit. "Wir sind überzeugt davon, dass uns seine sportliche Qualität weiterhilft. Das steht im Vordergrund", sagte KSC-Manager Rolf Dohmen. Dinamo Zagreb hatte den Vertrag mit Drpic kürzlich wegen "wiederholter Disziplinlosigkeiten" fristlos gekündigt, hält aber offenbar noch Rechte an dem 1,93 Meter großen Verteidiger. Drpic, der 2007 ein Länderspiel für Kroatien bestritt, war mehrfach öffentlich durch Eskapaden aufgefallen.