Kurzpässe Simunic sagt sorry, Costacurta wird Coach
Hamburg - Hertha-Verteidiger Josip Simunic hat sich bei Christian Schulz für seinen Tritt im Bundesliga-Spiel der Berliner gegen Werder Bremen persönlich entschuldigt. "Es tut mir Leid, was passiert ist. Ich haben den Spieler nicht gesehen. Es war keine Absicht von mir", erklärte der Kroate. Simunic hatte nach der Attacke in der 35. Minute die Rote Karte gesehen. Für den 29 Jahre alten Verteidiger war es schon der dritte Platzverweis in den vergangenen zwei Monaten. Nach dem Telefonat heute hat Schulz, der sich durch den Tritt mehrere Wunden im Gesicht zugezogen hatte, laut Simunic die Entschuldigung akzeptiert. "Wenn die Ärzte grünes Licht geben, gehe ich davon aus, dass ich bereits am Dienstag wieder mit der Mannschaft trainieren kann", erklärte Schulz.
Trotz des Halbfinal-Ausscheidens von Werder Bremen im Uefa-Pokal hat Deutschland Rang fünf in der Fünf-Jahres-Wertung der Europäischen Fußball-Union behauptet. Mit unverändert 44,364 Punkten büßte Deutschland zwar einen Teil seines Vorsprungs auf die nur leicht verbesserten Portugiesen (42,749) ein, hielt aber den Abstand auf Rumänien (40,165) auf Platz sieben, der lediglich einen Champions-League-Platz garantiert, konstant. Unangefochtener Spitzenreiter der Fünf-Jahres-Wertung bleibt Spanien, das sich durch das rein spanische Uefa-Cup-Finale zwischen dem FC Sevilla und Espanyol Barcelona auf 76,605 Punkte verbesserte. Auf den Plätzen folgen England (68,540) und Italien (65,802). Auch Frankreich (53,656) liegt weiterhin vor Deutschland.
Bei Krawallen von Anhängern des Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena sind beim Punktspiel bei Wacker Burghausen gestern vier Polizeibeamte, ein Ordner und acht Randalierer aus Jena verletzt worden. Zu den Ausschreitungen war es nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern nach dem 1:1 der Burghausener in der letzten Spielminute gekommen. Die Anhänger aus Jena hatten Polizisten mit Metallteilen, Steinen und beschwerten Plastikflaschen beworfen. Dabei wurden zwei Beamte erheblich verletzt. Auch ein Einsatzfahrzeug der Polizei wurde beschädigt. Die Polizei in Burghausen hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Nürnberger Profi Thomas Galasek wurde ebenso wie der Aachener Alexander Klitzpera vom DFB-Sportgericht für ein Spiel gesperrt. Beide Spieler hatten am Wochenende für eine Notbremse die Rote Karte gesehen. Unterdessen droht dem Cottbusser Vragel da Silva eine Sperre: Der DFB-Kontrollausschuss leitete heute ein Ermittlungsverfahren gegen den Verteidiger ein. Der Brasilianer steht unter Verdacht, am Freitag beim Spiel bei Hannover 96 (0:2) Gegenspieler Hanno Balitsch in der 69. Spielminute absichtlich den linken Ellenbogen ins Gesicht geschlagen zu haben. Da Silva droht eine lange Sperre, da er Wiederholungstäter ist. Bereits nach dem Bundesliga-Spiel am 16. Dezember gegen den VfB Stuttgart war der Brasilianer durch die Analyse der TV-Aufzeichnung nachträglich für drei Partien gesperrt worden, weil er den Stuttgarter Arthur Boka abseits des Spielgeschehens geschlagen hatte.
Alessandro Costacurta, einer der erfolgreichsten Profis in der Geschichte des Champions-League-Finalisten AC Mailand, wird nach dem Ende seiner Karriere in den Trainerstab von Milan-Coach Carlo Ancelotti aufrücken. "Auf Ancelottis Vorschlag hin wird er gleichberechtigt mit Mauro Tassotti Assistenztrainer", erklärte Vizepräsident Adriano Galliani auf der Internetseite des AC. Der 41-jährige Costacurta (Spitzname "Billy") wird seine aktive Laufbahn am Saisonende nach fast 500 Serie-A-Spielen beenden. Mit Milan wurde der 59-malige Nationalspieler von 1985 bis 2007 siebenmal Meister, holte zudem viermal den nationalen Pokal und gewann jeweils zweimal den Europapokal der Landesmeister (1989 und 1990) sowie dessen Nachfolger, die Champions League (1994 und 2003).
Der im DFB für das Management der Nationalmannschaften zuständige Direktor Wolfgang Niersbach hat angekündigt, den Vertrag mit U-21-Nationaltrainer Dieter Eilts bis 2009 verlängern zu wollen. "Mit Dieter sind wir uns einig, dass wir bis 2009 zusammenarbeiten wollen", sagte Niersbach auf der Internetseite des DFB. Ziel sei die Teilnahme an der Europameisterschaft in Schweden 2009. Der deutsche Nachwuchs trifft in der Qualifikation auf Nordirland, Moldawien, Israel und Luxemburg.
pav/sid/dpa