Kurzpässe Wolfsburg holt Zweitliga-Spieler, Wirbel um Atouba-Wechsel
Hamburg - Beim Hamburger SV herrscht Unklarheit über die Zukunft von Linksverteidiger Thimothée Atouba. Der Kameruner Nationalspieler stand offenbar kurz vor einem Wechsel vom Bundesligisten zum englischen Premier-League-Club Newcastle United. Der Radiosender NDR 90,3 hatte den Wechsel am Freitag bereits als perfekt gemeldet. HSV-Pressesprecher Jörn Wolf bestätigte der dpa auch, dass der 26-Jährige ursprünglich am Freitag zum Medizincheck nach England fliegen sollte, dann aber überraschend beim HSV-Mannschaftstraining erschien.
"Die Gründe dafür kennt nur Atouba selber", sagte Wolf. Der Kameruner reist demnach auch mit der Mannschaft zum Bundesliga-Spiel nach Bielefeld. Die weitere Zukunft des Abwehrspielers wollte der HSV nicht kommentieren. Atouba war 2005 von Tottenham Hotspur nach Hamburg gewechselt und erzielte in 76 Bundesligaspielen ein Tor. Bei den Spurs war Atouba unter Trainer Martin Jol unzufrieden. Der Niederländer ist seit Beginn der neuen Saison Coach beim HSV.
Der VfL Wolfsburg war erneut auf dem Transfermarkt aktiv. Das Team vom Trainer und Manager Felix Magath hat den 20-jährigen Brasilianer Caiuby verpflichtet. Der Angreifer vom brasilianischen Zweitligisten Sao Caetano soll rund 2,5 Millionen Euro Ablöse kosten und erhält bei Wolfsburg einen Vertrag bis 2013. "Caiuby ist schnell, torgefährlich und schießt beidfüßig. Ein Mann mit Perspektive", sagte Magath zu diesem Transfer.
Im Kampf um den begehrten dritten Platz in der Fünf-Jahres-Wertung der Europäischen Fußball-Union (Uefa) hat die Bundesliga einen Rückschlag erlitten. Die auf Platz drei liegende Serie A aus Italien hat in den bisherigen Qualifikationsrunden für die Europapokale (2,125) mehr Punkte eingefahren als die Bundesliga (1,562). Während Schalke 04 im Kampf um das dritte deutsche Ticket für die Gruppenphase der Champions League scheiterte, überstanden die italienischen Vertreter Juventus Turin und AC Florenz die Qualifikation; die Serie A ist somit mit vier Vereinen in der Gruppenphase vertreten.
Da die Italiener nach der Saison 14 Punkte aus der Saison 2004/05 verlieren und damit rund 3,5 Zähler mehr als die Bundesliga (10,571) können die Bundesligavereine noch hoffen, die derzeit rund acht Zähler Rückstand aufzuholen oder deutlich zu verringern. Der dritte Platz der Fünf-Jahres-Wertung ist deshalb so begehrt, weil er einen vierten Platz für die Champions League garantiert. Die Spitzenposition übernahm vor dieser Saison die englische Premier League von der spanischen Primera Divisíon.
Zehn Tage nach dem Tod von Franco Sensi ist seine Tochter Rosella zur Präsidentin des italienischen Erstligisten AS Rom ernannt worden. Die 37-Jährige, die bisher unter der Präsidentschaft ihres Vaters den Posten der Geschäftsführerin inne hatte, setzte sich bei der Abstimmung im Aufsichtsrat mit absoluter Mehrheit durch.
In den Aufsichtsrat des Clubs wurde auch Rosella Sensis Mutter Maria berufen. "Ich will die Arbeit meines Vaters weiterführen", sagte Rosella Sensi nach Angaben italienischer Medien am Freitag. Der AS Rom steht seit 1993 unter Kontrolle der Familie Sensi, denen die Erdölgesellschaft Italipetroli gehört. Franco Sensis Vater Silvio hatte 1927 zu den Mitbegründern des Vereins gezählt.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Exekutivkomitee der Uefa bei seiner Sitzung Ende September in Bordeaux noch keine abschließende Entscheidung darüber treffen, ob die Endrunde der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine wie geplant stattfindet oder in ein anderes Land verlegt wird. Dieser Tagesordungspunkt soll vertagt werden. Es heißt, wenn die WM 2010 in Südafrika noch verlegt werden könne ("Plan B" von Fifa-Präsident Joseph Blatter), bestehe auch für eine Entscheidung über die EM 2012 noch kein Zeitdruck.
Beim FC St. Pauli sammeln die Fans wieder - diesmal allerdings kein Geld für den chronisch klammen Club, sondern Comicbilder der Spieler. Kult-Zeichner Guido Schröter hat 70 Motive rund um den Zweitligisten gemalt, die die Fans in einem virtuellen Album ab dem 1. September sammeln können. Bundesligist Hertha BSC Berlin muss zwei bis drei Monate auf Zugang Amine Chermiti verzichten. Beim Tunesier, der am Donnerstag beim 1:0-Erfolg gegen NK Ljubljana in der Uefa-Cup-Qualifikation bereits in der elften Minute verletzungsbedingt vom Platz musste, bestätigte sich am Freitag der Verdacht auf einen Innenbandriss im linken Knie.
luk/sid/dpa