Lazio Rom Gaddafi jr. lässt Rom fallen
Rom - Al-Saadi Gaddafi, Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, ist nicht mehr an einer Übernahme des italienischen Fußball-Erstligisten Lazio Rom interessiert. "Nach einer eingehenden Prüfung hat sich die libysche Regierung entschieden, von derartigen Überlegungen Abstand zu nehmen", sagte ein Sprecher der Familie Gaddafi, die bereits Teilhaber bei Rekordmeister Juventus Turin ist.
Der Einstieg Gaddafis hätte für den angeschlagenen Club, der derzeit Platz vier in der Tabelle der Serie A belegt, das Ende eines Alptraums bedeuten können. Lazio muss von seinem Hauptaktionär, dem italienischen Lebensmittelkonzern Cirio, verkauft werden, da der Gesellschaft von Lazio-Boss Sergio Cragnotti der Finanzkollaps droht. Cirio Finanziaria (Jahresumsatz 1,23 Milliarden Euro) ist nicht in der Lage, eine zweijährige Obligation in Höhe von 150 Millionen Euro zu tilgen.
Hoffen auf den Segel-Fan
An Lazio ist nach Angaben italienischer Medien auch der italienisch-schweizerische Unternehmer Ernesto Bertarelli interessiert, der in Genf den Pharmakonzern Serono leitet. Der in Rom geborene Bertarelli, seit Jahren begeisterter Lazio-Fan, finanziert das Schweizer Segel-Team Alinghi.
Ganz abwenden wird sich die Gadaffi-Familie allerdings nicht von Lazio Rom. Anfang des Monats hatte Al-Saadi, der auch in der libyschen Nationalmannschaft steht und ein führenden Funktionär im Verband ist, einen Kooperationsvertrag mit Lazio abgeschlossen. Die Abmachung erlaubt unter anderem Al-Saadis Stammverein Al-Ittihad Tripolis zehn Tage im Jahr das Trainingsgelände von Lazio zu benutzen. Gaddafi jr. wird dafür 600.000 Dollar an Lazio überweisen.