Leverkusen Berti Vogts ist bereit
Leverkusen/München - Berti Vogts hat erstmals öffentlich seine Bereitschaft erklärt, Chefcoach bei Bayer zu werden. Voraussetzung: Rudi Völler entscheidet sich dazu, weiter Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu bleiben und nicht nur bis zum 31. Mai 2001, wie ursprünglich vorgesehen.
Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Vogts: "Rudi muss die Nationalmannschaft doch mindestens bis zur Weltmeisterschaft 2002 betreuen. Und so lange würde ich für ihn bei Bayer arbeiten. Danach kann er dann wieder in Leverkusen einsteigen. Also noch mal: Ich will Bayer helfen, solange Rudi beim DFB ist. Dazu fühle ich mich verpflichtet." Allerdings sollen Vertragsverhandlungen erst aufgenommen werden, wenn der zurzeit in Personalunion als Bayer- und Nationalmannschafts-Teamchef arbeitende Völler über seine Zukunft entschieden hat.
Außerdem bedarf es - vorbehaltlich der Entscheidung von Völler, Teamchef bleiben zu wollen - noch Gespräche mit dem Bayer-Konzern: "Ich habe ganz bestimmte Vorstellungen von meiner Arbeit. Ich möchte über mein Engagement hinaus Spuren hinterlassen und Strukturen schaffen, die über den Tag hinaus wirken." Vogts will deshalb nicht "nur mit Reiner Calmund, sondern mit der Konzernspitze" verhandeln.
Der 53-Jährige hatte schon zu seiner Zeit als Bundestrainer seine Bewunderung für den Fußballverein Bayer Leverkusen nie verhehlt. Durch die Strategie, die Marketingkonzepte und die Finanzmacht des Konzerns mache Bayer in den Augen von Vogts Entscheidungen nie von der Tagesaktualität abhängig und unterscheide sich darin positiv von anderen Vereinen, in denen oft emotional agierende Präsidenten die alleinige Entscheidungsgewalt hätten. Schon als DFB-Chefcoach war Vogts, der in Korschenbroich wohnt, häufig Gast in der Leverkusener BayArena.
Mit Bayer-Manager Reiner Calmund verbindet Vogts eine langjährige Freundschaft. Der 96-malige Nationalspieler, der als Bundestrainer 1992 Vizeeuropameister und 1996 Europameister wurde, trat am 7. September 1998 als Bundestrainer zurück.
Seitdem arbeitet Vogts als Beobachter für die Europäische Fußball-Union und als Experte für RTL. Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Vogts: "Bayer hat schon viele Vorschläge von mir verwirklicht. Mit diesem Verein verbindet mich eine lange Zusammenarbeit."