Leverkusen - Haching 1-0: Sanfte Abrechnung - DER SPIEGEL
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Leverkusen - Haching 1-0 Sanfte Abrechnung

Am letzten der vergangenen Saison verlor Bayer Leverkusen in Unterhaching und damit den sicher geglaubten Titel. Am Dienstagabend nahm der Vizemeister erfolgreich Revanche.
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Leverkusen - Bayer Leverkusen hat seinen "Haching-Komplex" abgelegt. 108 Tage nach der folgenschweren 0:2-Pleite in dem Münchner Vorort, die Bayer 04 am letzten Spieltag der vorigen Saison den schon sicher geglaubten Meistertitel kostete, zitterte sich die Mannschaft von Christoph Daum am Dienstagabend gegen lange Zeit zehn Gäste zu einem mühsamen, aber hochverdienten 1:0 (1:0). Vor 22.000 Zuschauern im Haberland-Stadion erzielte Michael Ballack (23.) das Siegtor für die Leverkusener, die damit auch im 19. Heimspiel in Serie unbesiegt blieben und wieder Kurs auf die Bundesliga-Spitzengruppe nahmen. Die Gäste dagegen verloren nicht nur die Punkte, sondern auch Mittelfeldakteur Marco Haber, der nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah (41.).

Auch mit seiner Top-Elf, in die der Brasilianer Ze Roberto nach langer Verletzungspause zurückkehrte, tat sich der Werksclub gegen Hachings Defensivkünstler recht schwer. Die Süddeutschen hatten in Abwehr und Mittelfeld zwei Viererketten aufgebaut, die den Spielfluss der Hausherren schon im Keim ersticken sollten. Als Robert Kovac (2.) und Ulf Kirsten (9.) doch mal durchschlüpften, war Keeper Gerhard Tremmel mit guten Paraden zur Stelle. So dauerte es recht lange, ehe ausgerechnet Ballack, der im Mai die 0:2-Niederlage per Eigentor eingeleitet hatte, einen Rückpass von Oliver Neuville zu einem tollen Schlenzer in den Winkel und seinem zweiten Saisontor nutzen konnte.

Damit war das gegnerische Bollwerk zwar geknackt. Doch Leverkusen brachte bis zur Pause in der Offensive auch deshalb nicht mehr viel zu Stande, weil die Gäste in der auf beiden Seiten mit großem Engagement geführten Begegnung stets konsequent, mitunter aber auch überhart zur Sache gingen. Daraus resultierte auch der Platzverweis, als der diesmal selbst attackierte Haber sich bei Kovac mit einem Tritt revanchierte und daher frühzeitig unter die Dusche musste.

Nach dem Wechsel wurde das Niveau der Partie schwächer, weil die in den kommenden Wochen viel beschäftigten Bayer-Akteure einen Gang heraus nahmen. Dennoch boten sich Rink (58.) und Kirsten (68.) noch erstklassige Gelegenheiten, doch stets war der überragende Tremmel zur Stelle, der den Vorzug vor dem langjährigen Stammkeeper Wittmann erhalten hatte. Die Leverkusener, bei denen sich Torschütze Ballack und Abwehrchef Jens Nowotny die besten Noten verdienten, konnten sich am Ende über den zwar glanzlosen, aber wertvollen Arbeitssieg freuen.

Von Morten Ritter, dpa

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