Löw im Interview nach dem Sieg gegen Kasachstan - DER SPIEGEL
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Bundestrainer Löw "Wie im Feldhandball"

Geglänzt hat sein Team beim Sieg in Kasachstan nicht, dafür aber souverän gewonnen. Im Interview spricht Bundestrainer Joachim Löw über seinen Sturm ohne echten Stürmer, das anstehende WM-Qualifikationsspiel und die Gefahr, schwächere Gegner zu unterschätzen.
Bundestrainer Löw: "Seriosität ist das Wichtigste"
Bundestrainer Löw: "Seriosität ist das Wichtigste"

Bundestrainer Löw: "Seriosität ist das Wichtigste"

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frage: Wie beurteilen Sie den 3:0 (2:0)-Auswärtssieg in Kasachstan?

Löw: Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir hinfahren und gewinnen wollen. Wir haben in der ersten Halbzeit schnell 2:0 gefürt, dann war das Spiel entschieden. In der zweiten Halbzeit haben wir das Tempo rausgenommen, da gab es die eine oder andere Nachlässigkeit im Spiel.

Frage: Was war die größte Schwierigkeit gegen die Kasachen?

Löw: Kasachstan stand wie im Feldhandball um den eigenen Sechzehner. Am Ende war das Spiel klar. Wir haben die drei Punkte, daher denke ich, es ist zufriedenstellend.

Frage: Wie ist die Situation bei Mario Gomez? Kann er am Dienstag spielen?

Löw: Er hat sich im Abschlusstraining eine Zerrung geholt. Es war letztlich ein zu großes Risiko, ihn spielen zu lassen. Ich hoffe, dass er am Sonntag oder Montag wieder trainieren kann. Natürlich hatte ich die Überlegung, ihn von Anfang an spielen zu lassen.

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Frage: Braucht Deutschland nun einen Stoßstürmer oder nicht?

Löw: Wir werden nie ohne eine Nummer neun spielen. Wir brauchen einen Stürmer, der im Zentrum permanent auf Höhe der Innenverteidigung spielt. Es ist eine Variante, einfach mal einen anderen Spielertyp vorne zu haben.

Frage: Birgt das zweite Spiel gegen den Kasachstan die Gefahr, dass der Schlendrian bei Ihrer Mannschaft einzieht?

Löw: Es ist schon ein bisschen ungewöhnlich, zweimal in kurzer Zeit gegen den gleichen Gegner zu spielen. Wenn man auswärts gewinnt, besteht natürlich die Gefahr, dass das im Unterbewusstsein ist. Wir müssen die Spieler daran erinnern, dass wir zu Hause spielen und dass wir nur dann gewinnen, wenn Einstellung und Seriosität vorhanden sind. Das hat jeder schon erlebt, dass auch die Kleinen zum Stolperstein geworden sind. Deswegen ist Seriösität das Wichtigste.

Aufgezeichnet von Arne Richter (dpa)