Logbuch eines Fußballprofis Friedhelm Funkel ist da
Es hat lange gedauert, aber jetzt ist er endlich da - der "Neue". Nach einer 15-minütigen Eröffnungsrede, in der Friedhelm Funkel kurz und knapp seine Erwartungen an die Mannschaft dargelegt hat, ging es raus zum ersten Training unter seiner Leitung.
Auch wenn ein Trainerwechsel für mich kein völlig unbekanntes Thema ist, so finde ich es doch jedes Mal wieder sehr interessant und auch ein klein bisschen spannend, wer denn da wohl als Nächstes auf der Kommandobrücke steht.
Wie stehen meine Chancen? Wie wird das Trainingsprogramm aussehen? Wird es härter oder intensiver als bei Zachhuber? Wie geht Funkel mit den Spielern um? Führt er Einzelgespräche? Oder ist er der große Schweiger? Fragen.
Als ich erfahren habe, wer mein neuer Chef wird, gingen meine Gedanken bis ziemlich an den Anfang meiner Profikarriere zurück. Mit meinem ersten Verein im bezahlten Fußball, dem damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg, habe ich mehrere Male gegen Bayer 05 Uerdingen gespielt. Und raten Sie mal, wer die seinerzeit trainierte?
Und auch in den folgenden Jahren kreuzten sich unsere Wege bei Bundesligaspielen des SV Werder Bremen gegen den MSV Duisburg, den Friedhelm Funkel ja ebenfalls ziemlich lange betreut hat. Also, man "kennt" sich, wenn auch nur sehr flüchtig. Mehr als "Guten Tag", "Viel Glück" und "Guten Weg" hat man sich am Rande eines Bundesligaspiels eh nicht zu sagen.
Ich gehe aber davon aus, dass es während unserer Zusammenarbeit zu mehr als diesen Sportlerfloskeln kommen wird. Denn wie heißt es noch in der Werbung einer nun doch nicht fusionierten Bank: "Es geht nichts über ein persönliches Gespräch." In jedem Fall wird es Sonntag losgehen. Gegen die Mannschaft für die unser Neuer in 66 Spielen 24 Tore als Bundesligaprofi erzielt hat. Ein Heimsieg gegen Kaiserslautern wäre doch ein nettes Einstiegsgeschenk für Friedhelm Funkel.