Lorant ledert los: "Der DFB ist eine echte Mafia" - DER SPIEGEL
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Lorant ledert los "Der DFB ist eine echte Mafia"

Fußballtrainer Werner Lorant, zuletzt bei Zweitligist LR Ahlen unter Vertrag, hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in einem Zeitungsinterview massiv attackiert. Dessen U21-Coach Uli Stielike zum Beispiel sei "ein Blinder".
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Hamburg - Die verbalen Angriffe Lorants, 54, auf den DFB kommen nicht überraschend - mit ihm liegt der Trainer schon seit Jahren im Clinch. Auch in der Rückrunde der vergangenen Saison, in der er den LR Ahlen vor dem Abstieg aus der Zweiten Liga bewahrte, war der der frühere Bundesliga-Profi zu einer Sperre von zwei Spielen und einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden, weil er am 2. März Stürmer Maccambes Younga-Mouhani von Wacker Burghausen einen Stoß gegen den Oberkörper versetzt hatte. 12.000 Euro musste er zahlen, weil er am 2. Mai die Zuschauer von Union Berlin beleidigt hatte.

Die Ursachen für den tiefen Riss mit dem DFB sucht Lorant, der bei LR Ahlen nach Saisonende durch Europameister Stefan Kuntz ersetzt wurde, auf der Gegenseite, der er gegenüber der "Bild am Sonntag" Ähnlichkeiten mit einer kriminellen Vereinigung ("eine echte Mafia") unterstellt: "Unfähige Funktionäre und einige eitle Schiedsrichter haben offenbar nur noch den Ehrgeiz, uns Trainern das Leben schwer zu machen. Es sind Leute dabei, die nicht einmal ahnen, dass der Fußball so populär wurde, weil er in erster Linie aus Emotionen besteht."

Auch im Fall von Nationalspieler Benjamin Lauth habe er keine Fehler gemacht, behauptet Lorant. Von Stielike war ihm vorgehalten worden, er habe als Trainer des Bundesligisten 1860 München das Talent des Stürmers nicht erkannt. "Ich sage: Der Stielike ist ein Blinder. Lauth wurde von mir bei den Löwen immer gefördert." Zunächst habe er den heutigen "Löwen"-Torjäger jedoch schonen müssen, weil er wie ein "schmaler Hering" von der Bundeswehr gekommen sei. Lauth rückte erst nach Lorants Entlassung beim TSV 1860 im Oktober 2001 unter dessen Nachfolger Peter Pacult in die Stammformation auf.

"Unmöglich" sei, wie sein Ex-Arbeitgeber "zum Schluss" mit Thomas Häßler umgegangen sei. Das sei so ähnlich gewesen, "wie es Michael Skibbe in Dortmund mit ihm gemacht hat. Der Skibbe ist heute Bundestrainer. Darüber lache ich mich tot".