Lothar Matthäus "Am Montag wird entschieden"
München - Bis Montag fällt beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt die Entscheidung über den Einstieg des deutschen Fußball-Rekordnationalspielers Lothar Matthäus als Teamchef. "Ich habe mich am Samstagmittag mit den Verantwortlichen der Eintracht getroffen und ein zweistündiges Gespräch geführt. Es war sehr informativ, sehr interessant. Wir werden uns bis Sonntag oder Montag noch einmal Gedanken machen und dann noch einmal telefonieren. Dann fällt auch eine Entscheidung", erklärte Matthäus am Samstagnachmittag beim Pay-TV-Sender Premiere World.
Nachdrücklich unterstrich der im vergangenen Herbst als Profi zurückgetretene Matthäus sein Interesse an der Frankfurter Offerte: "Die Eintracht hat in den vergangenen 15, 20 Jahren wenig aus ihrer Tradition gemacht, es wurde viel Misswirtschaft betrieben. Jetzt saßen aber gute Leute am Tisch, die Ziele haben und die Eintracht zu einem Klub machen wollen, der in drei, vier Jahren wieder im Uefa-Cup spielt. Dazu sind Kompromisse von allen Seiten notwendig, und darum haben wir uns ja auch in unserem Gespräch auf die weitere Bedenkzeit geeinigt."
Beispiel Augenthaler
Die bestehenden Widerstände im Frankfurter Verein und bei den
Eintracht-Fans gegen sein Engagement würden den Kapitän der
deutschen Weltmeister-Elf von 1990 offenbar nicht von seinem ersten
Posten als Trainer abschrecken: "Wenn jemand 15 Jahre bei Bayern
München gespielt hat, ist er in Frankfurt, Berlin oder
Kaiserslautern nicht beliebt. Aber bei Erfolg, das sieht man an
Klaus Augenthaler beim 1. FC Nürnberg, liegen einem die Fans zu
Füßen. Sollte ich im Falle einer Einigung mit der Eintracht Erfolg
haben, ließe sich die Stimmung bei den Fans auch sicher umdrehen."
Unterdessen hat Frankfurts Vorstandsvorsitzender Steven Jedlicki nach dem Gespräch mit Matthäus angekündigt, dass das derzeitige Trainer-Duo mit Interimscoach Rolf Dohmen und Armin
Kraaz auch für das kommende Punktspiel am Freitag bei 1860 München
auf der Bank sitzen wird. "Es war ein sehr positives, sehr offenes Gespräch, das
wir in den nächsten Tagen fortsetzen werden", bewertete Jedlicki
das gemeinsam mit Dohmen abgehaltene Treffen mit Matthäus: "Das
Interesse ist beidseitig nach wie vor vorhanden." Es seien
verschiedene Möglichkeiten einer Zusammenarbeit besprochen worden.
Demnach könnte Matthäus ab Beginn der übernächsten Woche oder erst
ab 1. Juli seine Arbeit bei den Hessen aufnehmen.