Lothar Matthäus Bald wieder Nationalelf?
Nürnberg - Matthäus hält eine zukünftige Zusammenarbeit mit Rudi Völler für denkbar. "Sollte beim DFB Not am Mann und Rudi der Meinung sein, dass eine Position besetzt werden müsste und ich die nötige Kompetenz dafür hätte, dann wäre das ganz sicher möglich", erklärte der 39-Jährige im "Kicker"-Interview: "Diese alte Gruppe um Völler, Andy Brehme und Matthäus hat damals auf dem Platz schon einiges bewirkt. Sie kann auch jetzt, wie Völler und Brehme beweisen, im deutschen Fußball Weichen für die Zukunft stellen."
Für Rekordnationalspieler Matthäus, der seine aktive Karriere in der vergangenen Woche als beendet erklärt hatte, ist der Aufschwung der Nationalmannschaft eng mit Völler verbunden. "Die
neue Euphorie ist vor allem seiner Persönlichkeit zuzuschreiben. Rudi Völler ist absolut prädestiniert, die Nationalelf über 2002 bis zur WM 2006 zu führen. Davon würden im deutschen Fußball alle
profitieren", betont der Weltmeister von 1990.
Kritik an Sforza-Transfer
Das Interesse an der Bundesliga im Allgemeinen und seinem Ex-Club Bayern München im Besonderen hat Matthäus auch in den USA nie verloren. "Die Spieler der Vorrunde waren für mich Ebbe Sand, Christian Timm und Miroslav Klose. Michael Ballack hat einen weiteren großen Schritt nach vorne gemacht", urteilt der
Franke.
Wenig Verständnis zeigt Matthäus für die Rückkehr von Ciriaco Sforza zu den Bayern. "Ich persönlich hätte ihn nicht noch mal zurückgeholt. Er hat es bei Inter Mailand nicht geschafft und auch bei seinem ersten Anlauf in München nicht, die Persönlichkeit zu sein, die er in Kaiserslautern war", meint der Ex-Nationalspieler.
MLS droht "Untergang"
Überwiegend positiv beurteilt Matthäus seine persönlichen Erfahrungen bei den New York MetroStars ("Das hat sich gelohnt") in den vergangenen Monaten. Ein schlechtes Zeugnis stellt der einstige "Weltfußballer" dagegen der US-amerikanischen Profiliga MLS aus, der seiner Meinung nach sogar "der Untergang" drohe. "Es fehlt an den nötigen organisatorischen Strukturen. Die Verantwortlichen müssen viel professioneller denken und mehr Mut zum finanziellen Risiko haben, anstatt den Geldhahn, wie beabsichtigt, noch weiter zuzudrehen", so Matthäus, der zu Kooperationen mit europäischen Spitzenklubs rät: "Die MLS sollte von dort junge Profis ausleihen. Davon würden beide Seiten profitieren."