Lothar Matthäus Das Telefon blieb stumm
Mannheim - "Ich kann nicht sauer sein, weil ich nie zur Diskussion stand", sagte Matthäus. Der Fußball-Weltmeister von 1990 wünschte dem neuen Trainerstab "viel Glück und eine gute WM 2006". Der 43-Jährige versprach Klinsmann, Holger Osieck und Oliver Bierhoff seine Rückendeckung. "Nun muss man diese Entscheidung unterstützen. Auch wenn es nicht nur für mich, sondern für viele überraschend kam."
Für Matthäus hat "der Jürgen Klinsmann viel Erfahrung, der Oliver Bierhoff auch". Beide seien Sympathieträger im deutschen Fußball. "Und der Holger Osieck hat 1990 neben Franz Beckenbauer gestanden - was will man mehr?", fragte Matthäus.
Von der eigenen Initiativbewerbung um das Bundestraineramt wollte er am Mittwochabend in Mannheim beim "Spiel des Herzens" von Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher nichts mehr wissen: "Das ist alles über die Medien gekommen. Ich habe immer gesagt, dass ich mir über dieses Thema keine Gedanken machen muss, weil sich diese Frage nie gestellt hat."
Die Enttäuschung sitzt tief. "Ich glaube, man sollte mal Franz Beckenbauer fragen, wie die ganze Sache in den letzten zwei Wochen gelaufen ist. Ich nehme an, dass er auch ein bisschen den Mut verloren hat. Es ist einfach zu viel passiert. Ich habe aus internen Kreisen gehört, dass viel diskutiert worden ist und doch einige verzweifelt sind an dieser Situation", sagte Matthäus.
"Ich habe gesagt, wenn Interesse besteht, mit mir zu verhandeln, dann kann man mich anrufen", blickte Matthäus zurück. Doch das Telefon blieb stumm. "Mich interessiert das eigentlich schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Es ist eigentlich nur schädlich für den deutschen Fußball gewesen, was in den letzten Wochen abgelaufen ist", sagte er. "Aber die Verantwortlichen sind schlau genug, um zu wissen, was sie machen. Ich hoffe, dass sie das Richtige gemacht haben."