Lothar Matthäus "Frankfurt ist ein schwieriges Pflaster"
Frankfurt am Main - Sowohl Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt als auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus scheinen Bedenken gegen eine künftige Zusammenarbeit zu haben. Der als Teamchef bei den Hessen gehandelte Matthäus erklärte gegenüber dem Pay-TV-Sender Premiere World, er sehe zwar Chancen auf eine Einigung mit der Eintracht, "allerdings müssen die Vorstellungen nicht nur ähnlich, sondern komplett identisch sein. Frankfurt ist ein schwieriges Pflaster, und ich muss erst noch weitere Informationen über die dortige Situation einholen".
Zudem ist die Stimmung gegen den Weltmeister von 1990 im Frankfurter Umfeld weiterhin negativ. Bei einer Umfrage des Hessischen Rundfunks sprachen sich 74,4 Prozent der Anrufer gegen eine Verpflichtung von Matthäus aus.
Werben um den Union-Coach
Die Eintracht hat unterdessen nach Angaben der "Bild"-Zeitung bereits die Verhandlungen mit dem Bulgaren Georgi Wassilew aufgenommen. Der 54-Jährige führte den Regionalligisten Union Berlin am vergangenen Dienstag ins Endspiel des DFB-Pokals. "Ich wusste bislang nicht, dass Frankfurt Interesse an mir haben soll. Ich habe kein Gespräch mit Eintracht-Verantwortlichen geführt, vielleicht gab es Kontakte zu meinem Manager", dementierte Wassilew, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, sogleich irgendwelche Kontakte nach Hessen. Sein Manager Toni Päffgen wollte zu den Gerüchten keine Stellung nehmen.
Wassilew kennt Frankfurts Sportdirektor und Interimscoach Rolf Dohmen aus dessen Amtszeit als Verwaltungsrat bei den Berlinern und war zudem bei Lewski Sofia zwei Jahre lang der Coach von Eintracht-Routinier Peter Hubtschew. Die Eintracht-Verantwortlichen und der Coach sollen bereits zwei Gespräche geführt und dabei ein Treffen vereinbart haben. Präsident Peter Fischer vom Eintracht-Hauptverein hatte am Donnerstag bestätigt, dass der Klub weiterhin eine Liste mit fünf Kandidaten prüft.
"So geht das nicht"
Da Fischer jedoch auch eine mögliche Verpflichtung von Matthäus kritisiert hatte, bläst ihm der Wind aus der Fußball-AG ins Gesicht. "Ich bin wild erbost und habe Fischer zur Rede gestellt. Darüber wird der Aufsichtsrat tagen", erklärte Aufsichtsratssprecher Reinhard Göbel und kündigte an, dass sich Fischer "über Konsequenzen nicht wundern darf". Es könne nicht angehen, dass Peter Fischer sich unkontrolliert in der Öffentlichkeit über Matthäus äußert. "Er ist zwar Präsident mit Sitz im AG-Aufsichtsrat. Aber so geht es nicht, sonst redet jeder, was er will", schimpfte Göbel.