Lothar Matthäus: "Man setzt auf andere Pferde" - DER SPIEGEL
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Lothar Matthäus "Man setzt auf andere Pferde"

Lothar Matthäus ist schwer getroffen, dass sein Ex-Club Bayern München so wenig Interesse an ihm hat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - "Der Kontakt ist ziemlich abgebrochen. Was mich traurig stimmt", klagte Matthäus in der "Sport-Bild" sein Leid. "Ich habe dem Verein viel zu verdanken. Und der Verein, glaube ich, auch mir."

Doch trotz aller Verdienste kümmerten sich die Verantwortlichen des deutschen Fußball-Rekordmeisters nicht ausreichend um ihn, findet Matthäus. "Seit ich im Mai letzten Jahres weggegangen bin, war wenig Kontakt da. Außer ein bisschen zu Franz Beckenbauer und zu Ottmar Hitzfeld auf privater Ebene." Das bittere Fazit des verstoßenen Bayern-Sohnes: "Man setzt auf andere Pferde."

Dennoch möchte sich Matthäus, der derzeit bei Rapid Wien als Sportdirektor amtiert, nicht beklagen: "Ich will weder jammern noch nachtreten. So ist das eben." Er könne einfach nicht anders, betonte der 40-Jährige: "Mein Herz hängt an Bayern, aber Bayern ist nicht mein Leben."

Kritik an Nationalspielern

Wenig einfühlsam geht der deutsche Rekordnationalspieler mit seinen Nachfolgern in der DFB-Auswahl um. Er habe noch mit 39 Jahren ehrgeizig trainiert, um Sicherheit zu finden. "Heute sagen sich die Spieler: Wir können doch den Ball auf zehn Meter spielen."

So viel Ignoranz gegenüber dem Fleiß räche sich, sagte Matthäus: "Lass heute die Nationalspieler im Tempo auf zehn Meter zupassen. Ich schwöre dir: Von zehn Bällen haben drei eine Streuung drei Meter nach links oder rechts. Das sind im Spiel alles Fehlpässe." Aus diesem Dilemma ("Die Spieler müssen sich mehr ihrem Beruf widmen") gäbe es nur einen Ausweg, urteilt der Ex-Freund von Maren Müller-Wohlfahrt: "Üben, üben, üben."