Lucio-Drohung: "Magath kriegt Probleme" - DER SPIEGEL
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Lucio-Drohung "Magath kriegt Probleme"

Eine Niederlage, und schon ist mächtig Feuer unterm Dach beim FC Bayern. Im Streit um den Führungsstil von Trainer Felix Magath hat sich als nächster der Brasilianer Lucio vorlaut zu Wort gemeldet. Roque Santa Cruz droht sogar schon damit, den Verein zu verlassen.
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München - "Ich bin kein Auswechselspieler", beschwert sich Lucio im "Kicker" darüber, dass ihn Magath im Spiel bei Bayer Leverkusen vom Feld genommen hat und droht dem Bayern-Trainer sogar Konsequenzen an. "Wenn das weiter passiert, kriegt Magath Probleme." Gegen Lucios ehemaligen Club hatte der Rekordmeister deutlich mit 1:4 verloren und dabei auf ganzer Linie enttäuscht. Die Maßnahme des Trainers, beim Stande von 0:4 einen Defensivmann auszutauschen, kann Lucio nicht nachvollziehen. "Wie ich Fußball verstehe, ist es - wenn die eigene Mannschaft im Rückstand liegt - nicht vorteilhaft, Abwehrspieler auszuwechseln, sondern Stürmer", kritisiert er Magaths Taktik.

Lucios Verbalattacke erschüttert Magath aber kein bisschen. "Ich sehe nicht, wie mir ein Spieler drohen könnte. Ich habe ein Problem, wenn ein Spieler schlecht spielt", erklärte der 51-Jährige äußerlich gelassen. Obwohl er kein Freund von Strafen sei, schloss Magath eine Geldbuße gegen den mit zwölf Millionen Euro Ablösesumme zweitteuersten Spieler der Vereinsgeschichte nicht aus. "In einer Gesellschaft muss man sich an Regeln halten, und da gibt es manchmal auch Strafen", sagte Magath. Zunächst wolle er aber Lucio zur Rede stellen.

Der Trainer hatte der gesamten Mannschaft, ausgenommen Michael Ballack, nach der deftigen Niederlage in Leverkusen vorgeworfen, sich nicht genug zu engagieren: "Es mag noch ein Problem sein, dass der ein oder andere nicht begriffen hat, dass es ohne Laufen nicht geht." Auch Einstellung und Charakter seiner Spieler gefallen ihm keineswegs. "Sie stehen lange vor dem Spiegel, schmieren sich Gel in die Haare. Sie wollen selbst gut dastehen und vernachlässigen dabei die Spiel-Idee: weite Wege zu gehen, die niemand sieht - Wege, bei denen nicht sie selbst, sondern der Nebenmann besser aussieht", hatte Magath der "Sport-Bild" gesagt.

Ziel seiner Kritik war vor allem Roque Santa Cruz, dessen südamerikanische Mentalität Magath bemängelt. "Die Südamerikaner verstehen ja oft nicht, dass man besser in Südamerika Fußball spielen sollte, wenn man Spaß am Spiel haben will. Da ist es wärmer, es wird nicht so schnell gespielt, man kann sich mehr Zeit lassen und mehr Dummheiten machen", so der Bayern-Coach in der "Süddeutschen Zeitung".

Santa Cruz wehrt sich gegen Magaths Äußerungen. "Sie haben mich so gekauft, wie ich bin und spiele, und nur so macht mir Fußball Spaß", erklärte er der paraguayischen Zeitung "Ultima Hora". Zwar beschrieb er sein Verhältnis zu Magath als "eine sehr professionelle Beziehung", die nicht schlecht sei. Dennoch, fügte Santa Cruz hinzu, könne er jederzeit zu einem anderen Club wechseln, sollte der Trainer mit seiner Leistung nicht einverstanden sein.

Einen Bruch mit der Mannschaft befürchtet Magath trotz der angespannten Lage nicht. "Es ist völliger Quatsch zu sagen, ich gehe auf Distanz zur Mannschaft", sagt er im Gespräch mit der "Abendzeitung". Vorstand und Management stärken ihm für seine Arbeit offenbar den Rücken. So habe ihm Uli Hoeneß gesagt, dass Trainer und Team sich erst aneinander gewöhnen müssten. Zudem hätte man keinen neuen Trainer holen müssen, wenn alles so hätte weiterlaufen sollen, wie unter Vorgänger Ottmar Hitzfeld.