Magath-Nachfolger Toppmöller wird's nicht
Frankfurt/Main - Klaus Toppmöller wird nicht neuer Trainer bei Eintracht Frankfurt. Der 49-Jährige erteilte den Hessen am Montagnachmittag eine Absage, nachdem der Verein keine sofortige Entscheidung über die Nachfolge des vor einer Woche entlassenen Felix Magath treffen wollte. Die Frankfurter werden am Freitag gegen Energie Cottbus erneut von Sportdirektor Rolf Dohmen und Assistent Armin Kraaz betreut.
"In Ruhe reden"
"Wir wollen zunächst mit allen anderen Kandidaten sprechen, bevor wir die optimale Lösung für die Eintracht suchen. Wir haben unsere Vorstellungen und werden ohne öffentlichen Druck eine Entscheidung treffen", sagte Steven Jedlicki, Vorstandsvorsitzender der Eintracht Fußball AG, "Nach dem 2:0 in Rostock ist zunächst einmal der große Druck von uns genommen worden, sofort reagieren zu müssen. Wir werden den Sieg nutzen, um in Ruhe über und mit weiteren Kandidaten für das Traineramt zu reden." Der in Rostock erfolgreiche Interimstrainer Rolf Dohmen ist bereit, zusammen mit Co-Trainer Armin Kraaz auch am Freitag die Eintracht im Heimspiel gegen Energie Cottbus zu betreuen.
"Wir haben uns am vergangenen Donnerstag fair und offen in allen Fragen ausgetauscht und für diesen Montag einen Anruf verabredet. Wenn ich heute kein grünes Licht bekomme, kann die Eintracht mich von der Warteliste streichen", hatte der 49-jährige Toppmöller am Montagnachmittag gesagt. "Ich bin doch ein gebranntes Kind in Sachen Eintracht, weil ich damals wie heute noch der selbe Sturkopp bin", erläuterte Toppmöller, warum er auf eine rasche Entscheidung dringt. "Es war doch immer so, wenn die Eintracht am Boden war, hat man nichts gehört. Nur wenn sie oben war, wollten immer alle mitreden", ergänzte der ehemalige Nationalspieler vom 1. FC Kaiserslautern.
"Mögliche Überraschung"
Auf dem Personalkarussell fahren jetzt Fußball-Lehrer wie Arie Haan oder Winfried Schäfer, die zur Zeit kein Engagement haben und - wie gewünscht deutsch sprechen können. Dohmen hatte noch in Rostock von einer "möglichen Überraschung" in der Trainerfrage gesprochen: "Es ist immer schwierig, wenn Namen von den Medien als Wunschkandidaten reingeschrieben werden." Der Coach müsse zu Umfeld und Team passen.
Nach wie vor gelte das Anforderungsprofil, der Trainer müsse ein Teamplayer in der neuen, vom strategischen Partner Octagon bevorzugten "teamorientierten Struktur" sein. Dohmen selbst sagt, dass ihm die Arbeit wie in Rostock "Spaß macht", er aber die Doppelfunktion als Sportdirektor und Coach nur zeitlich begrenzt ausfüllen wird.
Eine Entscheidung traf Eintracht Frankfurt am Montag auch selbst: Der arbeitslose Christoph
Daum ist nicht mehr auf der Liste der Gesprächspartner.