Mainz: Krautzun als Heilsbringer - DER SPIEGEL
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Mainz Krautzun als Heilsbringer

Der FSV Mainz 05 hat einen neuen Trainer. Vandereycken-Nachfolger Eckhard Krautzun soll den Zweitligisten vor dem Abstieg retten.
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Mainz - In der zweiten Liga war der 59-Jährige zuletzt für den FC St. Pauli tätig, ehe er am 25. November 1997 wegen Erfolglosigkeit entlassen wurde. Ausgerechnet am Millerntor wird der neue Coach am kommenden Montag seinen Pflichtspiel-Einstand bei den Mainzern geben, die derzeit auf einem Abstiegsplatz rangieren. Krautzun, der zuletzt beim Drittligisten SV Darmstadt 98 gearbeitet hatte, erhält nach Angaben von FSV-Präsident Harald Strutz einen Vertrag bis Juni 2002.

"Ich bin ein alter Trainerfuchs und werde dafür sorgen, dass Mainz zu seiner alten Stärke zurückfindet", erklärte Krautzun bei seiner Vorstellung in der Mainzer Geschäftsstelle. "Jetzt zählt nur der pure Kampf. Wir müssen das Stadion am Bruchweg wieder zu einer Festung machen." Das Wort Abstieg werde er nicht nicht in den Mund nehmen: "Die Mannschaft ist stark genug für einen Platz im Mittelfeld." Das schwere Auftaktprogramm mit Spielen beim Tabellenzweiten FC St. Pauli (27. November) und gegen Tabellenführer 1. FC Nürnberg (3. Dezember) kommt Krautzun gelegen: "Es ist gut, mit echten Krachern anzufangen. Da können wir uns profilieren."

Krautzuns Einstand in Mainz begann allerdings gleich mit einem Fauxpas: "Mir gefällt die Mentalität der Pfälzer", erklärte der Coach vor mehreren Dutzend Journalisten und verlegte Mainz aus Rheinhessen in die Pfalz. Der Neue erfüllt allerdings das Anfoderungsprofil von FSV-Manager Christian Heidel. "Wir wollten einen Coach, der die zweite Liga wie seine Westentasche kennt", sagte Heidel, der bei der einwöchigen Trainersuche Wert auf Erfahrung gelegt hat.

Über die verfügt Eckhard Krautzun allerdings reichlich. Mainz ist die 15. Station des umtriebigen Fußball-Lehrers. Krautzun ersetzt den Belgier René Vandereycken, der am 14. November nach fünf Niederlagen in Folge gefeuert worden war. In der ersten Liga war Krautzun bereits Trainer des TSV 1860 München, in Kaiserslautern und Wolfsburg.

Darüber hinaus arbeitete der "Wisch-und-weg"-Trainer ("Bild") in Deutschland bei Wormatia Worms, Union Solingen, dem SC Freiburg, TeBe Berlin und Alemannia Aachen. Im Auftrag des Weltverbandes Fifa und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) war Krautzun auch Nationaltrainer von Kanada, Japan, Südkorea, Kenia und den Philippinen. Zudem trainierte er Vereinsmannschaften in Tunesien, Japan und den USA. Damit nicht genug. Krautzun kündigte schon einmal an: "In mir steckt noch so viel Energie. Ich denke nicht, dass Mainz meine letzte Station ist."