Manchester United Katzenjammer bei Beckham & Co.
Manchester - "Wir haben immer noch eine Chance. Wir sind noch nicht raus, denn wir sind fähig, in München ein Tor zu erzielen", versuchte Teammanager Alex Ferguson nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München Optimismus zu verbreiten. Auch für Verteidiger Jaap Stam ist noch nichts verloren. "Wir müssen alles geben. Wir haben schon bewiesen, dass wir das können, mit Siegen bei Juventus Turin und Inter Mailand in der Saison, als wir das Triple schafften", erinnerte der Niederländer an erfolgreiche Aufholjagden der Vergangenheit.
"Wir sind am Boden"
Für die englischen Medien ist der Viertelfinal-K.o. des Meisters dagegen fast schon beschlossene Sache. "Wir sind am Boden", lautete die Schlagzeile des Massenblattes "The Sun". Daneben war ein enttäuschter, am Boden kniender Ole Gunnar Solskjaer abgebildet. Nicht viel positiver fielen die Kommentare der übrigen Blätter aus, die den Münchnern eine gelungene "Rache" für das unglücklich verlorene Finale 1999 bescheinigten. "Das späte Tor gibt United einen Geschmack der eigenen Medizin", erinnerte "Daily Mail" an das Endspiel in Barcelona, das "ManU" durch zwei Treffer in der
Nachspielzeit mit 2:1 zu seinen Gunsten entschied. Der "Daily Star" strich derweil die Verdienste von Stefan Effenberg am Gäste-Erfolg heraus: "United fällt unter dem Zauber Effenbergs."
Sir Alex Ferguson hatte Mühe, sich mit der Niederlage abzufinden. "Ich bin sehr enttäuscht. Wir hatten es nicht verdient, zu verlieren. Hätten wir ein Tor geschossen, wäre das Match gekippt", lautete die erste Analyse des Schotten. Jaap Stam, der die Niederlage durch Paulo Sergios Tor vier Minuten vor Schluss einen "ziemlich harten Schlag" nannte, versuchte seine Mitspieler anschließend wieder aufzurichten:
"Wir wissen alle, was wir nun tun müssen. Und sobald wir wussten, dass wir gewinnen müssen, haben wir uns immer gesteigert", appellierte der Niederländer an die Teamkollegen.
Kein Beckham im Rückspiel
Ferguson, der im Rückspiel am 18. April im Münchner Olympiastadion auf den gelb-gesperrten David Beckham verzichten muss, bemängelte, dass seine Mannschaft "in der zweiten Halbzeit nicht so gut wie vor der Pause" gespielt habe. "Wir konnten unser Tempo nicht halten, und wir haben dafür bezahlt, dass Ryan Giggs müde wurde. Aber im Rückspiel sollte er in physisch besserer Verfassung sein."