ManU: David Beckham als Kung-Fu-Kämpfer - DER SPIEGEL
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ManU David Beckham als Kung-Fu-Kämpfer

Kein glücklicher Start für Europas Champion bei der Vereins-WM in Brasilien. Gegen den Vertreter Mexikos musste sich Manchester United mit einem Unentschieden zufrieden geben und verlor zudem Mittelfeldstar Beckham, der nach groben Foulspiel vom Platz gestellt wurde. Sehr zur Freude der spöttischen brasilianischen Presse.
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Rio de Janeiro - Einen schlechteren Start in die Club-WM hätte Manchester United in Brasilien kaum erwischen können. "Das soll das beste Team der Welt sein? Die spielen doch nach Schema F", machte sich der Kommentator des brasilianischen Senders Sport-TV beim 1:1 gegen Außenseiter Necaxa aus Mexiko lustig. Mit "Ole"-Chören bejubelten die Zuschauer am Donnerstag im Maracana-Stadion das Spiel der Mexikaner. "Das war enttäuschend", stammelte auf der anderen Seite "ManU"-Coach Alex Ferguson auf dem Weg zur Umkleidekabine. Mit seinem Treffer in der 83. Minute hatte Dwight Yorke gegen Necaxa (Tor: Montecinos/15.) wenigstens einen Punkt retten können - aber nicht die Ehre seines Kameraden David Beckham.

Der Mittelfeldstar war nach einem brutalen Foul am Mexikaner Milian des Feldes verwiesen (40.) und von den Zuschauern mit einem gellendem Pfeifkonzert verabschiedet worden. Doch damit nicht genug: Vor dem Spiel hatte sich Brasiliens Superstar Ronaldo über die Gewohnheit des blonden Kickers lustig gemacht, die Unterwäsche seiner Ehefrau, Spice-Girl Victoria Adams, anzuziehen. "Das ist doch Sache eines 'Kiwi' (Homosexuellen)», meinte Ronaldo im Maracana-Stadion, nachdem entsprechende Aussagen von Frau Beckham am Vortag in London veröffentlicht worden waren.

Die Kritik haben sich die "ManU"-Spieler selbst zuzuschreiben, nicht nur wegen ihres lustlosen Auftritts bei 32 Grad gegen Necaxa. Denn schon im Vorfeld des Turniers hatten sich die Engländer überheblich präsentiert, worauf sie von der Presse Rios sofort zu "Buhmännern des Turniers" getauft wurden. Ein Presseboykott hatte selbst britische Journalisten in Rage gebracht. "Wir sind hier nur, da wir von London wegen der WM-Bewerbung 2006 gezwungen wurden", betonte Clubchef Marton Edwards. Zudem waren Journalisten und Fans bei Strandspaziergängen von Beckham, Yorke und Co. in Rio zur Seite geschoben und bedroht worden. "Ich schmeiße dich ins Meer", hatte Beckham einem Fotografen zugerufen, der ihm zu nahe gekommen war.

Beckham wird am Samstag im wohl entscheidenden Spiel der Gruppe B gegen das brasilianische Top-Team Vasco da Gama nicht mit von der Partie sein. "Manchester hat heute nicht besonders gespielt, aber wir müssen uns auch erheblich steigern, wenn wir am Samstag gewinnen wollen", räumte Vasco-Neuerwerbung Romario nach dem 2:0-Arbeitssieg seines Teams über die Australier von South Melbourne. Wie ein Titelfavorit präsentierte sich das zu langsam agierende Team um die Stars Romario, Edmundo, Jorginho, Felipe, Junior Baiano und Jorginho gegen eine australische Elf mit Oberliga-Format lange nicht. Erst in der zweiten Hälfte brachten Tore von Felipe (53.) und Edmundo (86.) die Erlösung - die Fans pfiffen am Ende aber trotzdem. Romario: "Wir müssen uns aber noch einspielen, weil wir sehr viele neue Leute im Team sind.

Die "Aussies" waren happy. "Wir durften im Fußball-Tempel Maracana spielen, haben uns neben Romario fotografieren lassen und nur 0:2 verloren. Was wollen wir mehr?", fragte Mittelstürmer Paul Tromboli die Journalisten mit einem breiten Grinsen. Am Freitag wollen die selbst ernannten "Turnier-Touristen" die Christus-Statue besuchen.