Markus Babbel "Ich bin frustriert"
München - "Im Moment leide ich noch an den Lähmungen an Armen und Beinen. Gehen kann ich nur unter Aufbietung aller Kräfte. Drei Treppenstufen zu steigen, ist für mich die Höchstbelastung", erklärte Babbel am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Krankenhauses Harlaching. Der 29-Jährige wird derzeit in der neurologischen Abteilung der Münchner Klinik wegen des Guillain-Barré-Syndroms (GBS) behandelt. Ursache der Erkrankung ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems.
Nach dem Supercup-Erfolg mit dem FC Liverpool im August gegen den Bayern München war Babbel zunächst am Pfeiffer'schen Drüsenfieber erkrankt. Die Krankheit war bis zum November geheilt. "Dann bemerkte ich ein kribbelndes, unangenehmes Gefühl in den Zehenspitzen, das nach einer Woche immer schlimmer wurde und sich ausbreitete." Nach einer Untersuchung in München lautete die Diagnose GBS.
"Besserung nur in kleinen Schritten"
Zeitweilig war sogar Babbels Gesicht gelähmt. Der 1,90 Meter große Abwehrspieler konnte das Augenlid nicht mehr schließen. "Ich bin natürlich frustriert. Es ist deprimierend zu spüren, dass sich Besserung nur in kleinen Schritten einstellt", gibt Babbel zu, der sich auch in psychologischer Behandlung befindet: "Aber ich fühle mich jeden Tag ein bisschen besser."
Der Ex-Nationalspieler, der mit Deutschland 1996 Europameister wurde, ist zuversichtlich, dass er seinen Beruf weiter ausüben kann: "Die Ärzte haben mir gesagt, dass die Krankheit wieder hundertprozentig weggeht. Aber ein Comeback kann dauern - wie lange, kann man nicht sagen." Doch blauäugig ist der ehemalige Bayern-Profi nicht: "Man muss auch in Betracht ziehen, dass ich nicht mehr zurückkomme."