Markus Babbels Comeback: "Eine wunderbare Sache" - DER SPIEGEL
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Markus Babbels Comeback "Eine wunderbare Sache"

Seit August 2001 hat Markus Babbel wegen schwerer Krankheit kein Fußballspiel mehr bestreiten können. Zwischenzeitlich saß der Verteidiger vom FC Liverpool sogar im Rollstuhl und musste über das Ende seiner Laufbahn nachdenken. Jetzt stand Babbel bei einer Benefizgala erstmals wieder auf dem Fußballplatz.
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Bielefeld - Beim Abschied des 68-maligen Nationalspielers Thomas Helmer hat Markus Babbel wieder Hoffnung für die Zukunft schöpfen können. "Es war nicht nur für Thomas eine wunderbare Sache", sagte Babbel nach seinem 17-minütigen Einsatz am Dienstagabend vor 6000 Zuschauern in Bielefeld im All-Star-Team. Erstmals nach seiner schweren Nervenerkrankung (Guillain-Barré-Syndrom), die im August 2001 ausgebrochen war, kam er wieder in einer Partie zum Einsatz. Der FC Liverpool, bei dem der Ex-Münchner noch bis 2006 unter Vertrag steht, hatte ihm das Comeback beim Helmer-Abschiedsspiel gestattet.

Kniefall von Brinkmann


Als Babbel auflief, erhoben sich die Zuschauer von den Sitzen. Als er nach 17 Minuten das Spielfeld verließ, kniete vor ihm Einwechselspieler Ansgar Brinkmann nieder. "Ich wollte mit dieser Geste meine Hochachtung bekunden. Was Markus in den letzten Monaten erreicht hat, ist sensationell", meinte der Profi von Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielfeld.

Auf der Fahrt zum Spiel sei er schon mächtig nervös gewesen, berichtete Babbel. Schließlich habe er nach 16-wöchiger Krankheit bisher immer allein trainiert. "Jetzt ist es schön, den Druck wieder zu spüren und zu wissen, dass man wieder dazugehört." Zwar ernst, aber dennoch ziemlich locker kann er heute über seine schlimmste Zeit im Rollstuhl sprechen: "Resignation ist bei mir nie aufgekommen. Schließlich bin ich Fußballer und kann beißen. Die Rückkehr auf das Spielfeld war immer mein Ziel und meine Motivation." Geholfen haben ihm aber auch die vielen Genesungswünsche.

Rückkehr in kleinen Schritten


Die Rückkehr von Markus Babbel in das Team vom FC Liverpool soll in kleinen Schritten erfolgen. "Mein Ziel ist es, die Vorbereitung auf die neue Saison wieder voll und ganz mitzumachen", sagte er. Deshalb will er schon jetzt den größten Teil seines Urlaubs in Deutschland bei Physiotherapeut Klaus Eder in Donaustauf verbringen. "Mein Englisch ist noch nicht so gut, dass ich alles auf der Insel bewältigen könnte", gab Babbel ehrlich zu.

Das wohl schönste Kompliment bekam er von Thomas Helmer: "Ich bin überglücklich, dass Markus bei meinem Abschiedsspiel mitwirken konnte. Auf der rechten Seite ist er doch schon wie in früheren Zeiten auf und ab gerannt."

Drei Helmer-Tore bei der Abschiedsgala


Bis auf Mario Basler waren sie zu Helmers Ehren alle auf die Bielefelder Alm gekommen, wo der ehemalige Europameister 1986 seine Profi-Laufbahn begann. "Wenn einer wie er seine Karriere mit einem Abschiedsspiel beendet, ist es doch Ehrensache, dass wir dabei sind", sagte der Ex-Stuttgarter Guido Buchwald stellvertretend für Kollegen wie Andreas Köpke, Fredi Bobic, Michael Rummenigge, Stefan Kuntz, Bruno Labbadia oder Dieter Eilts. In einem "All-Star-Team" spielten sie gegen den Weltpokalsieger Bayern München, der mit acht Stammspielern angereist war. Die Abschiedsparty endete mit drei Helmer-Toren und 3:3. Bei der Fußball-WM in Japan und Südkorea wird Helmer als TV-Kommentator für einen deutschen Sender arbeiten.