Matthäus vs. MetroStars Matthäus droht weltweite Sperre
München - Lothar Matthäus geht weiter auf Distanz zu den New York/New Jersey MetroStars und hat sich im Wechsel-Theater eine Frist bis zum 23. Januar gesetzt. "Es bringt nichts, wenn kein Spaß da ist. Ich habe jetzt Zeit, mir Gedanken zu machen. Das Leben geht auch nach dem 10. März weiter. Wo, ist fraglich", sagte der Fußball-Rekordnationalspieler von Bayern München am Samstag beim Finale um den DFB-Hallenpokal in München. Damit geht er jedoch auf klaren Konfrontationskurs zu seinem künftigen Arbeitgeber. "Lothar hat einen Vertrag mit der Major League Soccer. Wir erwarten ihn am 10. März", hatte der neue Manager Nick Sakiewicz unmissverständlich klar gemacht. Matthäus kündigte dagegen an, sich bis zum Ende des Trainingslagers der Bayern im spanischen La Manga am Sonntag kommender Woche festlegen zu wollen, ob er überhaupt seinen Dienst in der US-Profiliga MLS antreten wird.
Dazu raten ihm allerdings unter juristischen Gesichtspunkten namhafte Sportrechtler mit Nachdruck. Laut "Welt am Sonntag" droht Matthäus im Falle eines Vertragsbruchs eine weltweite Sperre und der damit verbundene Ausschluss von der EM-Endrunde 2000 in den Niederlanden und Belgien. Nach Angaben des Ludwigsburger Anwaltes Christoph Schickhardt hat Matthäus keine Chance, "aus dem Vertrag herauszukommen". Der Versuch des Bayern-Akteurs, dem US-Klub einen Bruch des Kontrakts zu unterstellen, weil der Verein mündliche Zusagen nicht eingehalten und zudem Trainer Bora Milutinovic und Manager Charlie Stillitano als ursprüngliche Ansprechpartner von Matthäus entlassen hatte, besitzt nach Meinung von Experten keine Aussicht auf Erfolg. Der Rekord-Nationalspieler müsste dagegen seitens der Amerikaner sogar mit finanziellen Forderungen rechnen. Christoph Rückel, Anwalt und Experte für US-Vertragsrecht, prophezeit dem Bayern-Libero eine zweistellige Millionen-Klage, falls er seinen vertraglichen Pflichten nicht nachkommt.
Matthäus ist dennoch über die jüngste Entwicklung verstimmt: "Bewegen kann ich nur was, wenn ich zufrieden bin. Und das bin ich unter den neuen Voraussetzungen nicht". Von Motivationsproblemen wollte Sakiewicz jedoch nichts wissen. "Lothar wird ein wesentlicher Faktor der neuen Saison in den USA und unserer Zukunft sein", erklärte er und kündigte baldigen Kontakt mit Matthäus an: "Es soll so bald wie möglich ein Gespräch zwischen Lothar, Trainer Octavio Zambrano und mir stattfinden. Nach dem Gespräch mit uns wird Lothar motivierter sein als jemals zuvor." Noch hat der 38 Jahre alte Libero nach der Entlassung von Manager Charlie Stillitano nichts von den MetroStars gehört. "Den nächsten Schritt müssen die Amis tun. Ich bin von denen nicht abhängig. Sie haben meine Nummern", sagte Matthäus. Zwar wolle er einerseits noch immer nach New York, zumal seine Lebensgefährtin Maren Müller-Wohlfahrt am Mittwoch den Aufnahmebescheid für die Schauspielschule in New York erhalten habe, doch andererseits müsse er "jetzt erst mal in Ruhe nachdenken."
Bayern-Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge hofft auf einen Verbleib des "Leitwolfs". Im Präsidium werde man nach Lösungen suchen, sagte Rummenigge und ergänzte zuversichtlich: "Ich denke, dass Lothar keine großen Gelüste mehr hat, dorthin zu wechseln". Auch DFB-Teamchef Erich Ribbeck wäre "froh, wenn Lothar in Deutschland bleibt. Das würde die EM-Vorbereitung erleichtern."