Mayer-Vorfelder: "Das weckt Neidgefühle" - DER SPIEGEL
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Mayer-Vorfelder "Das weckt Neidgefühle"

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes und Ex-Boss des VfB Stuttgart lässt sich fürstlich entlohnen. Trotz der hohen Verschuldung seines Vereins bestellte er sich antike Möbel und teure Kunst.
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Stuttgart -Der mit etwa 36 Millionen Mark (18,4 Millionen Euro) verschuldete VfB hat nach einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" seinem Präsidenten in dessen letztem Amtsjahr bis Oktober 2000 Aufwandsentschädigungen in Höhe von 300.000 Mark (153.000 Euro) gewährt. Zudem habe Mayer-Vorfelder 1997 einen Kredit über ebenfalls 300.000 Mark erhalten. Dieses mit 5,2 Prozent Zins angesetzte Darlehen sei zum Ende seiner 25 Jahre langen Ära als VfB-Präsident "auf Null gestellt" worden - zu Lasten der Vereinsfinanzen.

Dem Bericht zufolge gönnte sich Mayer-Vorfelder für sein Büro einen antiken Schrank für 90.000 Mark (ca. 46.000 Euro). Außerdem ließ er Bilder im Wert von rund 170.000 Mark (86.900 Euro) in der Geschäftsstelle aufhängen. Auch Geburtstagsfeste in seinem Privathaus habe der Verein finanziert. Als Mayer-Vorfelder an die DFB-Spitze wechselte, habe der DFB dem VfB Stuttgart den Schrank, drei Bilder und die Büroeinrichtung für 228.000 Mark (116.500 Euro) abgekauft. Inzwischen prüfen unabhängige Wirtschaftsprüfer im Auftrag der neuen Club-Führung die Bücher der vergangenen Jahre.

Mayer-Vorfelder rechtfertigte sein Verhalten. Derartige Entschädigungen seien "heutzutage nicht ungewöhnlich und gerechtfertigt, wenn man oft bis Mitternacht für den Verein tätig ist", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Präsidenten von Borussia Dortmund und des 1. FC Kaiserslautern, Gerd Niebaum und Jürgen Friedrich würden ebenfalls bezahlt.

Den "Stuttgarter Nachrichten" sagte er: "Ich weiß, das weckt Neidgefühle, aber ich sehe darin nichts Außergewöhnliches." Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklärte Mayer-Vorfelder, er schließe einen Rücktritt als VfB-Ehrenpräsident aus: "Solche Forderungen würde ich zur Kenntnis nehmen, mehr nicht."

Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, Heribert Bruchhagen sagte der "Welt am Sonntag": "Auf den ersten Blick vermag ich nichts Unrechtes zu erkennen. Wenn ein Verein seinem Präsidenten eine Aufwandsentschädigung zahlt, ist daran nichts auszusetzen."