Melbourne: Der schwarze Tag der Silberpfeile - DER SPIEGEL
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Melbourne Der schwarze Tag der Silberpfeile

Wie schon im letzten Jahr kam auch diesmal kein McLaren ins Ziel von Melbourne. Doch im Jahr 2000 scheint die Lage ernster, denn offenbar gibt es ein schwerwiegendes Problem mit den Mercedes-Motoren haben.
Von Thomas Lötz
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Melbourne - In der 19. Runde von 58 Runden des Grand Prix von Australien fand das große Duell zwischen Mika Häkkinen und Michael Schumacher ein jähes Ende. Bis dahin hatte der Finne eine schnelle Runde nach der anderen hingelegt, aber plötzlich quoll leichter Rauch aus dem Auspuff des McLaren-Mercedes, und der zu diesem Zeitpunkt mit mehr als zwei Sekunden führende Häkkinen musste wie schon sein Teamkollege David Coulthard sieben Runden zuvor das Rennen beenden. Von da an war der Weg frei für Michael Schumacher, zum ersten Mal in seiner Karriere den Großen Preis von Australien in Melbourne zu gewinnen.

Die Frustration im Lager der "Silberpfeile" war gewaltig. Eingangs der zwölften Runde hatte David Coulthard die Box anfahren müssen, und was zunächst aussah wie ein Reifenwechsel, der durch herumfliegende Teile nach einem Unfall der beiden Arrows mit dem Jaguar von Eddie Irvine verursacht worden war, entpuppte sich als größeres Malheur. Auch aus dem Heck des McLaren rauchte es, dennoch unternahm Coulthard nach 43,9 Sekunden Stopp den Versuch das Rennen noch einmal aufzunehmen. Er kam keine Runde weit.

Später gab der Schotte an, dass sich in der Safety-Car-Phase nach dem einzigen Crash des Rennens zuviel Hitze im Auto aufgestaut habe. Was Coulthard zunächst als "kleines Problem", das man an der Box auf die Schnelle nicht hinbekommen habe, herunterzuspielen suchte, rückte Ron Dennis hinterher gerade. Bereits im Freien Training habe man an den Motoren ein Problem festgestellt und sie daraufhin ausgetauscht, erklärte der McLaren-Teamchef. Ganz genau weiss derzeit aber offenbar niemand im deutsch-britischen Rennstall, woran es genau hapert. Es habe einen Druckverlust im System der pneumatischen Ventilsteuerung gegeben, versuchte ein ratlos wirkender Mercedes-Sportchef Norbert Haug zu erklären: "Wir gehen davon aus, dass ein Dichtungs- oder Material-Problem vorliegt. Ich habe mich beim Team zu entschuldigen." Bis zum Großen Preis von Brasilien in zwei Wochen wird jetzt intensiv Ursachenforschung betrieben werden müssen.

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