Millionentransfer Bayern greifen nach Gomez
Hamburg - "Wir werden uns um ihn bemühen. Wir werden nächste Woche Gespräche führen, dann werden wir sehen, was daraus wird. Ich bin da relativ optimistisch", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß am Sonntag im DSF-Doppelpass. Bereits nach dem 2:1-Sieg gegen den VfB am Samstag hatte Hoeneß den 23 Jahre alten Nationalspieler in einem Premiere-Interview als einen "interessanten Spieler" bezeichnet.
"Heute würde ich sagen, ist er ein sehr interessanter Spieler", fügte Hoeneß an. "Ich würde ihn auf alle Fälle kaufen", sagte Bayerns Aufsichtsratschef Franz Beckenbauer. Auch die wohl sehr hohe Ablösesumme von bis zu 30 Millionen Euro schreckt den Club, der durch den Sieg gegen den VfB Stuttgart direkt für die finanziell lukrative Champions League qualifiziert ist, offenbar nicht ab. Auf die Frage, ob der Club tatsächlich so flüssig sei, antwortete Hoeneß mit einem "Ja." Gomez' Vertrag in Stuttgart läuft noch bis 2012.
Der Umworbene selbst will jetzt "erst mal feiern und abschalten", dann mit der Nationalmannschaft nach Asien reisen und sich danach über seine Zukunft äußern. "Ich werde mir sehr gut überlegen, was jetzt passiert, mit dem Verein und mit meiner Familie sprechen und dann entscheiden", sagte Gomez nach der Niederlage in München und ließ sich damit alle Optionen für die Zukunft offen.
Stuttgart muss als Tabellendritter in die Qualifikation für die Champions League. Es sei klar, "dass Vereine um Mario buhlen werden", bemerkte Horst Heldt. "Wir werden versuchen, ihn wieder zu halten", kündigte der VfB-Manager an. Die Bayern hatten bereits im vergangenen Sommer versucht, den Nationalstürmer zu verpflichten.
Hoeneß hatte für Gomez damals angeblich eine Ablösesumme von mehr als 25 Millionen Euro geboten. Bei einem Wechsel ins Ausland sollen 35 Millionen Euro als Ablöse festgeschrieben sein. Gomez hat in der abgeschlossenen Saison 24 Treffer erzielt und damit hinter den Wolfsburgern Edin Dzeko (26) und Grafite (28) Platz drei in der Torjägerliste belegt. Beim FCB stehen für die kommende Saison bereits drei starke Stürmer unter Vertrag. Außer dem etatmäßigen Offensivduo Miroslav Klose und Luca Toni wird der ehemalige Hamburger Außenstürmer Ivica Olic ab August in der Bundesliga für die Münchner auf Torejagd gehen. Der Kroate erzielte in der abgelaufenen Saison zehn Treffer in der Bundesliga, sechs im DFB-Pokal und neun im Uefa-Cup. Ein weiterer Top-Stürmer könnte ähnliche Konflikte auslösen, wie sie es in der Vergangenheit um Lukas Podolski gab. Sollte der Deal mit Gomez doch nicht zustande kommen, könnte Angreifer Edin Dzeko vom neuen Meister VfL Wolfsburg eine Alternative sein. Präsident Franz Beckenbauer bestätigte, dass der Rekordmeister auch über den Bosnier nachdenkt. "Er wurde schon diskutiert bei uns", sagte Beckenbauer bei Premiere.
Der Kontrakt von Dzeko, der im Sommer 2007 für 2,5 Millionen Euro Ablöse vom tschechischen Erstligisten FK Teplice nach Wolfsburg kam, gilt noch bis 2011. Allerdings will Wolfsburg Dzeko, dessen Marktwert auf über 20 Millionen Euro geschätzt wird, nicht ziehen lassen. "Er ist einer der wichtigsten Spieler in unserem System. Wir wollen ihn behalten", sagte VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach.