Müller-Nachfolge Kahn will Schalke-Manager werden
Hamburg - Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesligisten, bestätigte am Donnerstagmorgen dem WDR, dass es im ostwestfälischen Rheda Gespräche zwischen Schalke-Vertretern und dem ehemaligen Schlussmann der deutschen Nationalmannschaft gegeben hat.
Ex-Torhüter Kahn: "Das passt schon alles"
Foto: Getty ImagesKahn bestätigte SPIEGEL ONLINE, dass er in Verhandlungen mit Schalke 04 stehe und bereits "mehrere Gespräche" mit dortigen Verantwortlichen geführt habe: "Ja, das passt schon alles." Ihn reize es "vor allem mit einer Mannschaft zu arbeiten. Das halte ich für sehr interessant. Ob man so etwas macht, hängt von vielen Faktoren und Facetten ab. Es geht darum, was man als Voraussetzung dort vorfindet, und wie man sich dort dann verwirklichen kann."
Es gebe zwar "nichts Definitives" zu verkünden - "es ist ja nichts Außergewöhnliches, sich mal auszutauschen" - klar sei aber auch, dass er mit Schalke "keine Gespräche über die schöne Gegend um Gelsenkirchen" führe. "Für Schalke geht es um viel. Man hat sich von Manager Andreas Müller getrennt und muss in Kürze die neue Saison auf den Weg bringen. Da gibt es, wie bei allen Clubs, viel zu tun. Was wir geführt haben, war ein Informationsgespräch, nicht mehr und nicht weniger."
Kahn hatte noch vor einer Woche in der Münchner "tz" andere Zukunftspläne verkündet und auf den freien Manager-Posten der Schalker mit Desinteresse reagiert: "Ich beschäftige mich nicht damit. Ich habe viele Dinge zu tun und werde bald eine Zeit lang in Asien sein. Darauf möchte ich mich konzentrieren."
Am vergangenen Samstag hatte der Aufsichtsrat der Königsblauen den bisherigen Manager Andreas Müller offiziell abberufen. Schalke-Trainer Fred Rutten war zunächst mit einem Teil der Manager-Aufgaben betraut worden und sollte sich in dieser Woche entscheiden, ob er die Doppelfunktion weiter übernehmen wolle. Der FC Schalke steht derzeit im Mittelfeld der Bundesliga-Tabelle und hat nur geringe Chancen auf die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. Kahn bestritt 86 Länderspiele und 557 Bundesliga-Partien für den Karlsruher SC und den FC Bayern. Der 39-Jährige war zuletzt auch als Nachfolger von Uli Hoeneß als Manager beim FC Bayern im Gespräch. Kahn würde ideal ins Anforderungsprofil der Stellenausschreibung passen.
Im Bayerischen Fernsehen hatte Hoeneß gesagt, es sei nicht sinnvoll, "wenn ein 57-Jähriger aufhört, einen 58-Jährigen zu holen" - und sich für einen jüngeren Kandidaten ausgesprochen. Als seinen Erben sucht Hoeneß "einen Mann um die 40, der den FC Bayern in den nächsten Jahren verändern kann".