Regeländerung der Fifa: Verschleiert auf dem Platz
Muslimische Kickerinnen Fifa erlaubt Kopftuch auf dem Fußballplatz
Hamburg - In der Debatte um die Frage, was im Sport Vorrang hat - Religion oder Regelwerk - hat die Fifa nun auf eine Forderung der Vereinten Nationen reagiert. In Zukunft ist es islamischen Fußballspielerinnen erlaubt, ein Kopftuch auf dem Spielfeld zu tragen - zumindest vorläufig. Bisher war dies laut Fifa-Reglement untersagt. Die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) stimmten an diesem Samstag im englischen Surrey einstimmig für die Aufhebung des Verbots, das 2007 aus Sicherheitsgründen ausgesprochen worden war.
Erst am Mittwoch hatte Willi Lemke, Uno-Sonderbeauftragter für Sport, als Kompromiss ein Kopftuch mit Klettverschluss gefordert. Nach einer Testphase will die Fifa am 2. Juli, einen Tag nach dem EM-Finale der Männer, endgültig über das Tragen der Kopftücher entscheiden.
Dem Streit vorausgegangen war unter anderem die Disqualifikation von Irans Frauen-Nationalmannschaft bei einem Olympia-Qualifikationsturnier im vergangenen Jahr. Ein Fifa-Offizieller hatte das Team vor der Partie gegen Jordanien ausgeschlossen, weil die Kopfbedeckung nicht dem Reglement entsprach. Iranische Verantwortliche verweigerten, dass die Spielerinnen ihre Kopfbedeckungen und langen Anzüge für das Spiel in Amman ablegten. Proteste des iranischen Verbandes nutzten nichts, die Partie wurde 3:0 für Jordanien gewertet.
Iran reagierte anschließend mit heftiger Kritik auf das Kopftuchverbot. Die Entscheidung sei inhuman und politisch motiviert sagte Irans Botschafter Mustafa Musleh Zadeh. Nach dem Einschreiten der Vereinten Nation zeigte sich nun auch die Fifa einsichtig.