Nach Dauerstreit Schuster bei Levante gefeuert
Valencia - "Ich hätte es verdient, hier weiter Trainer zu sein. Aber zwischen dem Vorstand und mir herrschte zuletzt eine große Distanz, die mit nichts aus der Vergangenheit zu vergleichen ist", sagte der Europameister von 1980. Levantes Sportdirektor Manolo Salvador bezeichnete die Entlassung als "einzig vernünftige Lösung. Wir haben zu lange gebraucht, uns zu entscheiden", so Manolo weiter.
Schuster wurde nach der 0:1-Niederlage des Aufsteigers gegen den FC Malaga vom Vorstand um Präsident Pedro Villarroel entlassen. Zuletzt holte Levante einen Punkt aus den vergangenen sechs Ligaspielen. Das Polster auf einen Abstiegsplatz schmolz auf vier Zähler zusammen.
Die Gründe für seine Entlassung scheinen jedoch nicht in erster Linie in der sportlichen Talfahrt begründet zu sein. Noch vor zwei Wochen hatte Schuster eine Vereinbarung über die automatische Vertragsverlängerung bis 2006 im Falle des Klassenerhalts mit seinem Club getroffen.
Der 45-Jährige war zuletzt mehrfach mit der Vereinsführung aneinander geraten. Vor dem Spiel bei Real Madrid (0:2) zum Beispiel sagte Schuster, er hoffe auf eine Siegprämie aus Barcelona. Eine Anspielung darauf, dass Levante keine Erfolgsprämien ausschüttet. "Ich weiß, dass ich Angriffsfläche biete und Leuten manchmal auf den Schlips trete. Aber diese Entlassung ist eine persönliche Angelegenheit, die ich so noch nicht erlebt habe", sagte Schuster im spanischen Fernsehen.
Rückkehr in die Bundesliga nicht ausgeschlossen
Bereits im Januar sorgte die Verpflichtung des argentinischen Ex-Nationaltorhüters Pablo Cavallero fur Unstimmigkeiten. "Mit einem Torwart oder Abwehrspieler kann ich nichts anfangen", kritisierte Schuster damals seinen Chef. Doch nicht nur das Verhältnis zum Vorstand war gestört. Spieler beklagten sich über eine mangelnde Kommunikation von Seiten ihres Übungsleiters.
Für Schuster, der Levante erstmals seit dem Abstieg 1965 wieder in der Primera Division geführt hatte, ist es bereits die zweite vorzeitige Entlassung in Spanien. Anfang 2003 hatte er seinen Vertrag beim Zweitligisten Xerez wegen des verpassten Aufstiegs aufgelöst.
Die Misserfolge machen sich keineswegs gut in Bewerbungsschreiben für einen Posten bei den Topclubs. Dennoch spekulieren spanische Medien über ein mögliches Interesse von Ex-Meister Deportivo La Coruna, wo Trainer Javier Irureta nach sieben Jahren aufhört.
Eine Rückkehr nach Deutschland, wo Schuster einst die Zweitligisten Fortuna und 1. FC Köln trainierte, hat der Ex-Nationalspieler zuletzt ebenfalls nicht ausgeschlossen.