Nationalelf Bierhoff räumt Fehler ein
Hamburg - "Meine Außendarstellung war nicht immer optimal. Ich räume auch ein, dass ich einige Dinge verkehrt oder etwas naiv angegangen bin, die Außenwirkung unterschätzt habe", sagte Bierhoff im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".
Damit bezog sich der Manager des DFB-Teams auf den Streit mit Kapitän Michael Ballack bei der EM 2008, aber auch auf die Kritik im Zusammenhang mit der Starnberger Vermarktungsagentur Projekt B, an der Bierhoff beteiligt ist: "Operativ habe ich nichts zu tun mit der Agentur. Grundsätzlich ist es so, dass alle meine Aktivitäten mit dem Deutschen Fußball-Bund abgestimmt sind, auch die Werbeverträge."
Mit seinen PR-Engagements spare er seinem Arbeitgeber auch Geld, so Bierhoff: "Es ist üblich, dass der DFB für seine sportlichen Führungskräfte gesonderte Vermarktungspartner sucht. Damit bindet er Personal, das er haben will, und er entlastet das eigene Budget."
Mit Blick auf die Konflikte zwischen Ballack, Bundestrainer Joachim Löw und Bierhoff lobte der Manager den Kapitän des Teams als "tollen Fußballer", fügte aber hinzu: "Allerdings sollten wir davon wegkommen, dass einer denkt, er sei besser, unersetzbar oder cleverer als der andere." Bierhoff sagte, dass "Michael und ich nicht immer auf einer Wellenlänge sind und über verschiedene Dinge unterschiedlich denken".
Der Manager übte aber auch weitere Selbstkritik. So führte er an, dass man "den Nationalspielern von Anfang an Respekt und Professionalität" als wichtige Pfeiler der Arbeit genannt habe - und räumte ein: "Nur müssen wir das von der DFB-Verbandsspitze bis zum Trainerteam und Management auch vorleben. Und da, das muss man selbstkritisch sagen, haben auch wir im ablaufenden Jahr nicht immer glücklich agiert."
Das Fernsehen forderte Bierhoff auf, bei den Anstoßzeiten der Länderspiele künftig mehr Rücksicht auf die jüngeren Zuschauer zu nehmen: "Wichtig wäre, dass wir die Nationalelf, Deutschlands liebstes Kind, auch für Kinder zugänglich machen - dass wir es schaffen, zwei- oder dreimal im Jahr früher als 20.45 Uhr auf dem Schirm zu sein. Als Öffentlich-Rechtliche sollten die Sender an die kleine Minderheit denken."