Fußball-WM "Die Uhr tickt" - Löw warnt Nationalspieler
Hamburg - Joachim Löw hat die Nationalspieler vor der Fußball-WM in Brasilien eindringlich ermahnt. "Die Uhr tickt. Die Spieler müssen sich individuell optimieren", sagte der Bundestrainer vor dem Test-Länderspiel am Mittwoch gegen Chile in Stuttgart (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dazu gehörten laut Löw auch zusätzliche Trainingseinheiten.
Spieler, die für die WM-Nominierung in Frage kommen, sollen in den kommenden Wochen "überwacht" werden. "Wir haben noch Zeit, alles optimieren zu können. Aber diese Zeit wird auch für die Spieler sehr hart", sagte Löw. In Brasilien brauche er Akteure, die vollkommen fit sind. Eine mögliche Ausnahme könnte Sami Khedira sein, der nach seiner Kreuzbandverletzung am Samstag wieder ins Lauftraining eingestiegen ist.
Derzeit stehe der 23-Mann-Kader für die WM (12. Juni bis 13. Juli) noch nicht fest, Löw kündigte jedoch an, bei der Nominierung am 8. Mai "dem einen oder anderen Spieler wehtun" zu müssen. Er brauche in Brasilien die aktuell besten, nicht die theoretisch besten Spieler.
Außerdem dämpfte Löw erneut die Erwartungen für das Turnier: "Auf dem Papier haben wir eine Top-Mannschaft, aber die Wahrheit sieht nicht so schön aus im Moment." Teammanager Oliver Bierhoff sagte: "Wir haben eigentlich einen Zwölfzylinder, aber der läuft derzeit nicht auf allen Pötten."
Gegen Chile muss Deutschland auf Lars Bender verzichten, der wegen einer Muskelverhärtung ausfällt. Hoffnung gibt es noch beim angeschlagenen Miroslav Klose, der intensiv von den DFB-Ärzten behandelt wird. Toni Kroos wird "auf jeden Fall" spielen, so Löw, der ankündigte, dass Kapitän Philipp Lahm im Mittelfeld zum Einsatz kommen wird. Zudem plant er, dass Kevin Großkreutz nach dem Ausfall von Bender auf der rechten Abwehrseite beginnt.