Nationalmannschaft: Beckenbauer mischt sich ein - DER SPIEGEL
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Nationalmannschaft Beckenbauer mischt sich ein

Mit Kritik am Festhalten von Oliver Bierhoff als Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat Franz Beckenbauer am Mittwoch die Ruhe im Trainingslager des DFB-Teams gestört.
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Reinbek - Bis Mittwochmittag bereitete sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im nahe Hamburg gelegenen, beschaulichen Reinbek in aller Ruhe auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland vor. Doch dann machten vorab veröffentlichte Auszüge aus einem Interview des Magazins "Stern" die Runde, in dem kein Geringerer als Franz Beckenbauer für satte Irritation in den Reihen der 22 Auswahlkicker und deren Begleittross sorgte.

In der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des "Stern" kritisiert der "Kaiser" die Ernennung von Oliver Bierhoff zum Kapitän. Die Berufung des Milan-Stürmers als Spielführer sei "eine krasse Fehlentscheidung", sagte der DFB-Vizepräsident, um als Kapitän etwas bewirken zu können, "brauchst du eine Hausmacht. Die kannst du aber nicht haben, wenn du im Ausland spielst".

Teamchef Rudi Völler konnte die Attacke auf seine Person am Mittwoch im Reinbeker DFB-Quartier nicht kontern, da er sich einen "pressefreien Tag" gönnte. Also war es an Bierhoff selbst, Antworten zu finden, und die, die der 32-Jährige gab, fielen für Oliver-Bierhoff-Verhältnisse ungewohnt klar aus. "Er selbst", sagte Bierhoff über den Teamchef Beckenbauer vor zehn Jahren, "hat doch Lothar Matthäus zum Kapitän gemacht, als der bei Inter Mailand spielte und auch keine Hausmacht hatte."

Und nachdem er in der Folge über die Angst des FC Bayern München vor verlustig gehendem Einfluss in der Nationalmannschaft spekulierte, schloss der Kapitän seine Beckenbauer-Abfuhr mit den Worten: "Eigentlich kümmert es mich wenig. Wichtig ist, dass ich das Vertrauen des Trainers habe." Das hat ihm Rudi Völler in einem Vier-Augen-Gespräch versichert, und ihn um Verständnis darum gebeten, dass er ihn auf Grund mangelnder Spielpraxis und Trainingsrückstand am Samstag erst einmal wieder auf die Bank setzen wird.