Nationalmannschaft Bierhoff bleibt Kapitän
Frankfurt am Main - Oliver Bierhoff bleibt nach dem EM-Debakel auch unter dem neuen Teamchef Rudi Völler Kapitän der deutschen Fußball-Nationalelf. Das gab der Torjäger des italienischen Ex-Meisters AC Mailand in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung bekannt. "Teamchef Rudi Völler hat mir am Telefon bestätigt, dass ich Kapitän bleibe", sagte der 32-Jährige.
Damit haben sich auch Spekulationen über einen Rücktritt des Stürmers aus dem DFB-Team erübrigt. Bierhoff: "Ich will noch zwei Jahre bis zur WM weiterspielen."
Eindeutig sprach sich der frühere Bundesligaprofi gegen einen radikalen Neuaufbau in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aus: "Wir brauchen eine neue Einstellung und drei, vier Führungsspieler. Da sehe ich neben mir auch Jens Nowotny und Oliver Kahn. Die Truppe, die diese EM verbockt hat, muss die Situation wieder umbiegen. Wo sind denn die Alternativen? Welche Erfolge haben wir bei der U 21 oder U 18"?
Grundsätzlich indes hat den Schützen des "Golden Goal" für Deutschland im EM-Finale 1996 gegen Tschechien die Entwicklung des Nationalteams offensichtlich nicht überrascht. "Das Abschneiden der Nationalelf spiegelt auch die Schwäche der Bundesliga wieder. Die wird in Deutschland zwar schön dargestellt. Aber die Musik spielt längst in Italien, England und Spanien. Die Bundesliga hat in Bixente Lizarazu, Youri Djorkaeff und Giovane Elber nur noch drei Topstars. Das sagt alles", meinte Bierhoff.