Nationalmannschaft Daums Schatten über London
London - Eigentlich möchten sie in London derzeit nur über das Spiel gegen England, vielleicht ja auch über Taktik und den Mythos Wembley reden. Doch die nicht abreißen wollende Diskussion um den designierten DFB-Teamchef Christoph Daum trägt weit bis ins Trainingslager der deutschen Fußballnationalmannschaft vor dem WM-Qualifikationsmatch am Samstag hinein. Verwunderlich ist das nicht, denn schließlich geht es um die Zukunft der Männer in Weiß und Schwarz.
"Es ist uns einigermaßen gelungen, diese Dinge von der Mannschaft fern zu halten. Aber 100-prozentig geht das natürlich nicht, man kann das nicht ganz verdrängen. Es war aber gut, dass wir schon am Mittwoch nach England geflogen sind und somit zumindest etwas Abstand haben", kommentierte Rudi Völler auf der Pressekonferenz am Donnerstag leicht genervt die leidige Diskussion. Der Teamchef, der nach eigenen Angaben "kaum Worte" zu diesem Thema findet, fügte aber hinzu: "Diese Dinge dürfen für uns in sportlicher Hinsicht keine faulen Ausreden sein."
DFB-Pressesprecher Wolfgang Niersbach sprach von einer "unappetitlichen Geschichte", die auch den DFB "betroffen" mache. In London ginge es aber ausschließlich darum, dass die Mannschaft einen guten Job mache, um die eigenen Fans im Stadion und die Millionen deutscher Fans vor den Fernsehschirmen nicht zu enttäuschen.
Mehmet Scholl, der trotz Knieproblemen davon ausgeht, am Samstag in Wembley auflaufen zu können, stellte aus Spielersicht klar: "Das sind sportpolitische Dinge. Unsere Aufgabe und unser Ziel ist es, uns für die WM 2002 zu qualifizieren."