Nationalmannschaft DFB will um Völler kämpfen
München - Mit einem klaren Bekenntnis zu Rudi Völler hat
DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder versucht, eine Diskussion um
die Zukunft des Teamchefs der deutschen Nationalmannschaft für den
Fall eines Scheiterns in der WM-Qualifikation im Keim zu ersticken.
"Natürlich werden wir alles dafür tun, dass Rudi Völler dabeibleibt,
aber ich habe überhaupt keinen Anhalt, dass das in Frage steht",
sagte Mayer-Vorfelder der "Süddeutschen Zeitung". In der "Frankfurter
Allgemeinen Zeitung" kündigte der Verbandschef ebenfalls am Dienstag
an, auch dann um Völler zu "kämpfen, wenn wir uns nicht für die WM
qualifizieren sollten".
Rücktrittsgedanken
Völler dagegen hatte am Montagabend in München bei der ersten Pressekonferenz nach der schwerwiegenden 1:5-Niederlage gegen
England seine bisher stets geäußerte Ansicht bekräftigt, dass bei
einem Verpassen der WM eine zu große "Hypothek" auf dem Trainer läge.
"Es wäre nicht die richtige Lösung, dabeizubleiben. Wenn es in der
WM-Qualifikation zum schlimmsten Fall käme, wäre der Druck auf den
Trainer, wenn ich das dann wäre, zu extrem", meinte Völler. Das Wort
Rücktritt vermied der 41-Jährige allerdings ausdrücklich. "Ich denke
kurzfristig nur an das Finnland-Spiel", betonte der Teamchef.
Oliver Bierhoff drohe trotz seiner persönlichen Kritik an Völler wegen der
Nichtberücksichtigung im Spiel gegen England weder ein Rauswurf aus
der Nationalmannschaft noch eine kurzfristige Ablösung als Kapitän,
erklärte Völler. Der Stürmer dürfte sich aber in einem Gespräch unter
vier Augen noch harte Worte Völlers anhören müssen. "Oliver hat die
Gelegenheit verpasst zu schweigen", zitierte Völler in diesem
Zusammenhang ein italienisches Sprichwort.