Nationalmannschaft Trainingslager ohne Ballack
Hamburg - Die Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft wird vorerst ohne Kapitän Michael Ballack stattfinden. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte, wird der 31-Jährige nach Absprache mit Bundestrainer Joachim Löw erst am Montag in Kaiserslautern zur DFB-Auswahl stoßen. Dort findet am Dienstag das Länderspiel gegen Weißrussland statt. Löw hatte mit Ballack von Mallorca aus am Dienstag telefoniert und sich mit dem 79-maligen Nationalspieler auf die verspätete Anreise verständigt.
Am Mittwoch bestreitet der Kapitän in Moskau mit seinem Club FC Chelsea das Champions-League-Finale gegen Manchester United und soll anschließend einige Tage zur Regeneration erhalten. Damit fehlt er im Trainingslager auf Mallorca, wo sich die Nationalmannschaft seit Montag auf die EM in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) vorbereitet.
Derweil dementierte Teammanager Oliver Bierhoff, dass Torwart Jens Lehmann (FC Arsenal) am Dienstag zum VfB Stuttgart reisen wollte, um dort Verhandlungen zu führen. "Das ist eine Falschmeldung. Wir werden keinen Spieler aus dem Trainingslager weglassen, um Verhandlungen zu führen", erklärte Bierhoff.
Zu sehen bekommen die Fans den Nationaltorwart in Mallorca dennoch nicht, denn dort wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. "Wir haben uns im Vorfeld darüber Gedanken gemacht. Aber so ein öffentliches Training der Nationalmannschaft ist heutzutage nicht mehr ganz so leicht zu organisieren. Wir können nicht einfach die Tore aufmachen. Deshalb versuchen wir, einen Mittelweg zu finden. Wir planen, dass die Spieler Autogramme geben", sagte der 40-Jährige.
Auch dem Bundestrainer können sich die Kandidaten bis Freitag noch nicht präsentieren, obwohl täglich zwei Trainingseinheiten auf dem Programm stehen. Vormittags arbeiten die Akteure in Gruppen im eigens aufgebauten Fitnesscenter im Stadion von Real Mallorca. Inwieweit die Spieler in den ersten Tagen belastet werden, entscheiden Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Fitnesstrainer Oliver Schmidtlein anhand der aktuellen Blutwerte, nach deren Auswertung am Montagabend eine genaue Analyse über die körperliche Verfassung jedes einzelnen Profis erstellt wurde.
"Die Aufgabe der Spieler ist es, in diesen Tagen zu beweisen, dass sie dazugehören. Sie akzeptieren diesen Konkurrenzkampf", erklärte der Teammanager angesichts der Tatsache, dass am Stichtag, dem 28. Mai, noch drei Akteure aus dem vorläufigen 26-köpfigen DFB-Aufgebot gestrichen werden müssen. "Durch diese Situation werden aber keine Spannungen entstehen, auch wenn es am Ende dann für drei Spieler eine große Enttäuschung geben wird", sagte der frühere DFB-Kapitän.
jar/sid