Nationalspieler Cacau: "Die Mischung macht es" - DER SPIEGEL
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Nationalspieler Cacau "Die Mischung macht es"

Vor zwölf Jahren kam er nach Deutschland und wurde der erste deutsche Nationalspieler mit Spitznamen auf dem Trikot: Im Buch "Die Fußball-Nationalmannschaft" spricht Cacau über Sprachprobleme, die Erwartungen der Deutschen und seine Aufgaben als Integrationsbeauftragter beim DFB.
Fußballprofi Cacau: "Intergration kann einfach sein"
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Foto: dapd
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frage: Cacau, wer hat Ihren Wechsel nach Deutschland eingefädelt?

Cacau: Der Trainer meiner Fußball-Schule in Brasilien hatte einen Cousin - Osmar de Oliviera - der wohnt in München. Durch den Kontakt mit ihm kam ich nach Deutschland. Osmar hat nach einem Verein für mich geschaut. So hatte ich die Möglichkeit, bei Türk Gücü München in der fünften Liga, ein Probetraining zu absolvieren.

Frage: Wie war das erste Probetraining bei Türk Gücü?

Cacau: Ich war am Anfang sehr nervös. Ich weiß, wie das ist: Man hat eine Chance und muss alles zeigen. Ich weiß noch, wie ich beim ersten Training sauer war, weil ich die Bälle nicht bekommen habe und dadurch nicht so viele Chancen hatte. Osmar hat mich dann beruhigt und mir gesagt, ich solle ganz ruhig weiterspielen. Dieses eine Training wird nicht alles entscheiden. Da war ich dann etwas ruhiger. Es ging für mich trotzdem darum: Da bleiben oder zurück nach Brasilien und etwas anderes machen.

Frage: Türc Gücü ist ein türkischer Club mit Migranten. War das ein Glück?

Cacau: Das kann gut sein. Sie haben mich dort sehr gut aufgenommen. Anfangs waren da noch sehr viele Deutsche. Selbst der Trainer war Deutscher. Es gab keine Probleme und ich wurde akzeptiert. Es war anfangs etwas schwierig mit der Sprache, nach kurzer Zeit war das kein Problem mehr. Die Leute haben mir da sehr geholfen.

Frage: Erwarten Deutsche, dass Sie so werden wie sie?

Cacau: Nein, eher im Gegenteil. Ich habe erlebt, dass die Deutschen die Brasilianer gerne aufnehmen, da sie sehr frohe Menschen sind - immer locker. Und es wird versucht, etwas von der Freude mitzunehmen. Die Brasilianer hingegen wollen mehr diese Ordnung und Pünktlichkeit von den Deutschen. Das ist ein Geben und Nehmen. Es war niemand da, der erwartet hat, dass ich richtig Deutsch werde.

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Frage: Wird man ein Überdeutscher, wenn man sich zu sehr anpasst?

Cacau: Nein! In meinem Fall geht das auch gar nicht. Ich habe zwar schon viele Sachen umgestellt und verändert, aber richtig Deutsch werde ich wohl nie. Das ist aber auch gut so. Die Mischung macht es!

Frage: Wie kamen Sie zu dem Amt des Integrationsbeauftragten beim DFB?

Cacau: Dieses DFB-Amt war nach dem tragischen Tod von Robert Enke nicht mehr besetzt. Ich hatte in Südafrika ein Gespräch mit Dr. Theo Zwanziger. Es ging dabei auch um das Thema Integration. Er war sehr beeindruckt, wie ich mich entwickelt habe und wie gut ich Deutsch spreche. Wir haben uns in dem Gespräch intensiv ausgetauscht und er hat mich dann für das Amt des Integrationsbeauftragten vorgeschlagen. Das hat mich sehr, sehr gefreut!

Frage: Welche Aufgaben nehmen Sie wahr?

Cacau: In erster Linie geht es darum ein Vorbild zu sein - vor allem für Migranten, die Fußball spielen. Ich möchte meine Erfahrung weiter vermitteln und anhand meines Werdegangs zeigen, dass eine Integration einfach sein kann, vorausgesetzt man bringt die Offenheit dafür mit. Bei Aktionen des DFB sind wir dann präsent und unterstützen gerne.

Die Fragen stellte Maren Hänssler

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