Nationalteam Bierhoff sauer auf Völler
München - Mit unverblümter Kritik an Teamchef Rudi Völler hat Oliver Bierhoff auf die Nichtberücksichtigung beim 1:5-Debakel im WM-Qualifikationsspiel gegen England reagiert. "Ich bin enttäuscht über das Ergebnis und sauer, dass ich nicht zum Einsatz gekommen bin", sagte der etatmäßige Kapitän der Nationalmannschaft. Der 33- jährige Bierhoff war in erster Linie darüber verärgert, dass Völler beim Stand von 1:3 in der zweiten Halbzeit den Kaiserslauterer Stürmer Miroslav Klose eingewechselt hatte, während er weiter auf der Bank schmoren musste.
"Völler ist mir eine Erklärung schuldig"
"Ich bin ein bisschen sprachlos. Der Trainer hat am Morgen gesagt,
ich solle mich bereit halten. Deshalb hatte ich gedacht, dass ich als
Erster eingewechselt werden würde", schilderte Bierhoff, der Völler
deshalb spätestens vor dem letzten WM-Qualifikationsspiel am 6.
Oktober in der Arena "Auf Schalke" gegen Finnland zur Rede stellen
will, "Er ist mir eine Erklärung schuldig."
Die Pleite gegen England wertete Bierhoff als "schwerwiegende
Niederlage, weil man eine große Chance vertan hat". Es seien jetzt in
erster Linie die Trainer gefordert, die Auswirkungen in Grenzen zu
halten. "Wir haben mit Rudi Völler und Michael Skibbe bislang nur die
Sonnenseiten gesehen, jetzt müssen wir auch die Schattenseiten
durchstehen. Die Trainer und die Mannschaft müssen jetzt zusammen
halten und dafür sorgen, dass wir das Spiel gegen Finnland
konzentriert angehen."
Bierhoff reiste noch in der Nacht nach Mailand und dann in seine
neue sportliche Heimat Monte Carlo. Beim AS Monaco will der 33-
jährige Stürmer am kommenden Wochenende sein Debüt geben.