Neue Enthüllungen Sonntag ist Eriksson-Tag
London - Eriksson verklagt die Zeitung "News of the World" wegen Vertrauensbruchs. Seine Anwälte reichten heute eine entsprechende Klage beim höchsten britischen Zivilgericht ein. Ein Undercover-Reporter der Zeitung hatte sich als Scheich getarnt und dem Schweden bei einem fingierten Treffen in Dubai brisante Indiskretionen über mehrere Nationalspieler entlockt.
"Die Artikel waren ein grober Eingriff in die Privatsphäre", so die Argumentation der Eriksson-Anwälte. "Die Gespräche, in denen unser Mandant ausdrücklich Vertraulichkeit erbeten hatte, sind verzerrt und aus dem Zusammenhang gerissen worden", hieß es in der schriftlichen Erklärung. Ein Sprecher der "News of the World" reagierte gelassen und kündigte weitere Veröffentlichungen aus dem Gespräch an: "Wir stehen hundertprozentig hinter unserer Story. Am Sonntag werden wir weitere Enthüllungen über Eriksson veröffentlichen."
Bislang geht Eriksson noch davon aus, dass er die WM als Nationaltrainer auf der Bank der Engländer erlebt. "Wenn wir nicht das Halbfinale erreichen, ist es fair, wenn ich nicht Coach bleibe", sagte der Fußballlehrer. Dabei wird es immer wahrscheinlicher, dass sich der englische Verband FA bereits vor Turnierbeginn von dem zuletzt heftig kritisierten Trainer trennt.
"Es ist ein Skandal, eine absolute Schande. Es ist unglaublich, dass der Teammanager Englands seine Zukunftspläne öffentlich diskutiert. Er hat eine der goldenen Fußball-Regeln gebrochen. Dieser Mann muss weg", polterte Dave Whelan, Präsident von Wigan Athletic. Eriksson hatte in dem Gespräch mit dem getarnten Reporter Interesse am Trainerposten bei Aston Villa bekundet und sich abfällig über einige seiner Nationalspieler geäußert.