Niederlage gegen Nordirland England fordert Erikssons Rücktritt
London - "Das einzige, was noch für ihn spricht, ist sein bis 2008 laufender Vertrag", schrieb die britische Zeitung "The Independent" heute nach Englands 0:1 in Belfast gegen Nordirland. Obwohl es für Eriksson mit England die erste Niederlage in einem Qualifikationsspiel ist, wird die Kritik am Schweden immer lauter. Nach Meinung des "Guardian" ist Eriksson nun schon für drei der sechs "Horror-Spiele" in der Geschichte des englischen Fußballs verantwortlich. Die Fans im Internetforum der Boulevardzeitung "The Sun" diskutieren bereits über Erikssons mögliche Nachfolger, und ehemalige Nationalspieler Terry Butcher spricht stellvertretend für eine Armada von Kritikern bei "BBC" von "einer der größten Blamagen, die ich gesehen habe".
Das peinliche 1:4 im jüngsten Test gegen Dänemark, der mühsame 1:0-Sieg gegen Wales am Wochenende wurden zähneknirschend akzeptiert. Doch nach der Niederlage gestern werden Eriksson zu viele personelle Experimente, Fehlbesetzungen im Mittelfeld und ein 4-5-1-System ohne Zukunft vorgeworfen. Andere Kritiker sprechen von Charakterlosigkeit, keinen Ideen und fehlendem Patriotismus. Dazu kommen die Negativschlagzeilen, die Erikssons zahlreiche Affären provozieren.
WM-Qualifikation: Zaubernder Zidane, verzweifelter Beckham
Eriksson will aber weiter seine Arbeit beim englischen Verband verrichten. "Ich werde nicht zurücktreten, sondern versuchen, den Schaden wieder zu korrigieren", sagte der 57-Jährige über die erste Niederlage beim Nachbarn seit 1972. Die Niederlage sei zwar seine heftigste seit dem Amtsantritt im Februar 2001, ergänzte er, "aber wir haben es noch in der Hand, uns für die WM zu qualifizieren." Mit zwei Heimsiegen im Oktober gegen Österreich und Tabellenführer Polen kann England sich noch für die WM qualifizieren.
Unterstützung bekam der angeschlagene Coach von seinem Kapitän David Beckham. "Wir vertrauen dem Trainer und glauben, dass er der richtige Mann für diesen Job ist", sagte der Mittelfeldstar von Real Madrid, bevor er alle Beteiligten aufrief, näher zusammenzurücken: "Dieser Abend hat uns mehr weh getan, als alle anderen zuvor. Aber wir müssen zusammenhalten. Die Helfer im Hintergrund, die Spieler, wir alle."