Nürnberg - HSV Angst essen Seele auf
Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV haben im direkten Kellerduell enttäuscht. In einer mutlosen Partie mussten sich die Franken am Samstag mit einem 0:0 gegen die Norddeutschen zufrieden geben. Der auswärts noch sieglose HSV, der nach der Entlassung von Frank Pagelsdorf weiter von Interimscoach und Sportchef Holger Hieronymus betreut wird, agierte ängstlich und zeigte vor 31.200 Zuschauern im Frankenstadion eine erschreckend schwache Vorstellung.
"Kleine Brötchen"
Besonders die Abschlussschwäche seiner Mannschaft betrübte Nürnbergs Trainer Klaus Augenthaler nach dem Spiel. "Wir haben leider zwei Punkte abgegeben. Das Positivste war noch, dass wir nicht verloren haben", bilanzierte der Weltmeister von 1990. Hieronymus zeigte sich nach der wenig berauschenden Vorstellung seiner Kicker zu Recht bescheiden. "Der Einsatz war da, wir sind den Nürnbergern nicht ins offene Messer gelaufen. Ich bin natürlich nicht begeistert von der Leistung meiner Mannschaft, doch in der momentanen Situation müssen
wir kleine Brötchen backen", sagte er.
Die mit einer 3/5/2-Defensivtaktik angetretenen Hamburger überstanden das Spiel ohne Gegentor dank der Abschlussschwäche der Nürnberger, die zwar spielerisch auch keine Bäume ausrissen, doch im Angriff wenigstens für einige brenzlige Situationen vor dem HSV-Tor sorgten. Martin Driller setzte einen Kopfball in der 9. Minute knapp am Tor vorbei, Louis Gomis (25.) vergab danach ebenso wie David Jarolim (41.) aus 16 m. Zudem scheiterte Driller in der 45. Minute mit einem Volleyschuss an der Querlatte. Der Niederländer Erik Meijer sorgte für die einzige brenzlige Szene auf der Gegenseite, als er den Ball nach einer Ecke von Sergej Barbarez an den Pfosten des Nürnberger Tores setzte.
Kein Wille zum Angriff
In den zweiten 45 Minuten bot sich das gleiche Bild. Die verloren wirkenden Hamburger, bei denen Milan Fukal, Marcel Maltritz und Bernd Hollerbach erstmals in der Anfangsformation standen, kamen kaum aus der eigenen Hälfte heraus und zeigten sich in vielen Situationen überfordert. Auch war bei den Hamburgern kein Wille für Gegenangriffe zu sehen. Meist in die Verteidigung gedrängt, hofften die Norddeutschen, die noch vor einem Jahr in der Champions League gespielt hatten, wenigstens einen Zähler aus Nürnberg zu entführen.
1. FC Nürnberg - Hamburger SV 0:0
Nürnberg: Kampa - Sanneh, Kos, Johansson, Wiblishauser - Leitl
(71. Krzynowek), Nikl, Jarolim, Müller - Driller (77. David), Gomis
(78. Michalke)
Hamburg: Pieckenhagen - Hertzsch, Hoogma, Ujfalusi - Fukal,
Maltritz, Töfting, Albertz (67. Groth), Hollerbach - Meijer (72.
Heinz), Barbarez (90. Yeboah)
Schiedsrichter: Uwe Kemmling (Kleinburgwedel)
Zuschauer: 31.200
Gelbe Karten: Nikl, Jarolim - Barbarez (2), Albertz (2), Hoogma (2)