Oliver Kahn kritisiert Manuel Neuer - DER SPIEGEL
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Manuel Neuer: Große Paraden, großer Ehrgeiz

Foto: CHRISTOF STACHE/ AFP

Fehler gegen Kasachstan Kahn kritisiert Neuers Risikospiel

Erst gab's Pfiffe, jetzt setzt es Schelte vom Titan: Nach Manuel Neuers Torwartfehler im Spiel gegen Kasachstan macht ihm sein Vorgänger Oliver Kahn Vorwürfe. Der 27-Jährige wolle viele Situationen zu spielerisch lösen. Er selbst habe sich im Zweifel stets "für absolute Sicherheit" entschieden.
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Hamburg - Der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn hat nach dem Patzer von Manuel Neuer beim 4:1 (3:0) in der WM-Qualifikation gegen Kasachstan Kritik am Spielstil seines Nachfolgers geübt. "Torhüter entscheiden Spiele, aber nicht dadurch, dass sie fußballerisch brillieren, sondern mit spielentscheidenden Reflexen und Paraden. So ermöglichst du als Torwart deiner Mannschaft Siege und Titel", sagte Kahn in der Münchner "Abendzeitung".

Neuer hatte am Dienstagabend in Nürnberg mit einem leichtfertigen Ballverlust das Gegentor verschuldet und war dafür ausgepfiffen worden.

"Als Manuel noch bei Schalke war, habe ich mir oft gedacht, das ist ja Wahnsinn, wie er das Torwartspiel interpretiert", sagte Kahn weiter. Inzwischen habe sich der 27-Jährige aber "sehr gut entwickelt". Es sei grundsätzlich "richtig, dass die Torhüter heute versuchen, viele Situationen spielerisch zu lösen, weil sie technisch sehr gut ausgebildet sind und wie ein Feldspieler mit ins Spiel einbezogen werden können", sagte Kahn, aber es gehe darum, "das richtige Maß zu finden".

Schweinsteiger rügt Pfiffe

Kahn rät Neuer, sich bei den Könnern der Zunft etwas abzuschauen: Große Torhüter wie Iker Casillas, Gianluigi Buffon, Edwin van der Sar oder Peter Schmeichel hätten "immer die optimale Mischung zwischen Risiko und Sicherheit gefunden. Als Torhüter musst du dich fragen: In welchem Verhältnis sollte das Risiko zu meinem Spiel stehen?" Kahn selbst habe sich "im Zweifel für absolute Sicherheit entschieden. Auch ein gezielter langer Ball kann ein Spiel schnell machen".

Bundestrainer Joachim Löw hatte seine Nummer eins nach dessen Fauxpas jedoch in Schutz genommen und betont, Neuer solle seinen Spielstil "auf keinen Fall umstellen". Auch Mitspieler Bastian Schweinsteiger nahm Neuer in Schutz. Ich persönlich finde es sehr schwach, wenn Zuschauer die eigenen Spieler auspfeifen", sagte der 28-Jährige.

Laut einer Statistik des Datendienstes Impire wehrte Neuer in dieser Bundesliga-Saison rund 82 Prozent der Schüsse auf sein Tor ab - Ligabestwert.

psk/sid