Medienposse um Kahn Nichts gehalten
Oliver Kahn
Foto: Andreas Gebert / dpaIn der ersten Oktoberwoche kündigte Oliver Kahn eine "große neue Aufgabe" an, die auf ihn warte. "In 5 Tagen" dürfe er seinen Followern "endlich mehr verraten", twitterte Kahn. Dazu verlinkte er ein Video, in dem er vor einem Wappen des FC Bayern München mit großzügigem Gesteneinsatz "große Neuigkeiten" versprach. Auch hier kündigte er an, "erst in fünf Tagen" Genaueres zu offenbaren.
Auf mich wartet eine große neue Aufgabe. In 5 Tagen darf ich Euch endlich mehr verraten... #weiterimmerweiter #neustart pic.twitter.com/iZx46PYzcW
— Oliver Kahn (@OliverKahn) October 6, 2016
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Kahns abschließender Satz im Video ließ allerdings Zweifel aufkommen: "Auch ich bin schon voll gespannt, was bald abgeht", sagte der frühere deutsche Nationalspieler, als habe man auch ihn bisher im Dunkeln darüber gelassen, was sich in seinem Leben verändern werde.
Auf Facebook änderte Kahn sein Titelbild. Vor einer blau-weiß karierten bayerischen Fahne stand dort "Countdown... nur noch 5 Tage!". Kahns Fans diskutierten, ob er einen Posten beim FC Bayern, bei 1860 oder bei der CSU antreten werde. Andere vermuteten allerdings sofort eine Werbekampagne.
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Täglich setzte Kahn den Countdown auf Facebook fort. Als zu viele User die Nachfolge von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ins Gespräch brachten, schien Kahn jedoch kalte Füße zu bekommen, er ersetzte die Bayern-Fahne durch den Mittelkreis eines Fußballfelds.
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Am Tag vor der angekündigten Enthüllung veröffentlichte Kahn dann ein Foto aus seiner aktiven Zeit als Torwart, mit dem Text: "Morgen kehre ich zu meinen Wurzeln zurück. Deshalb beginne ich jetzt schon mal mit der Konzentration ...".
Unfassbar, wie viele Fans in den vergangenen Tagen ihre Ideen und Wünsche geäußert haben. Danke für die enorme Teilnahme! pic.twitter.com/o1oySvkckL
— Oliver Kahn (@OliverKahn) October 10, 2016
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Dass Bayern München die Bekanntgabe einer wichtigen Personalentscheidung in der sportlichen Leitung selbst managen würde und zum Beispiel seinen neuen Sportdirektor nicht eine eigene, halbgare Social-Media-Kampagne dafür fahren lassen würde, das hätte man sich spätestens zu diesem Zeitpunkt denken können.
Am Dienstagmorgen meldete die "Bild"-Zeitung dann, Kahn kehre tatsächlich zum FC Bayern zurück. "Nach Bild-Informationen wird Oliver Kahn (47) neuer Medienbotschafter des FC Bayern. Besonders für den asiatischen Markt (der FC Bayern hat neuerdings auch ein Büro in Shanghai/China) ist Kahn prädestiniert", meldete die Zeitung, ohne allerdings eine Bestätigung dafür vorzuweisen, weder von Kahn noch vom Klub.
In den folgenden Stunden vermeldeten zahlreiche Medien im In- und Ausland Kahns neue Rolle bei den Bayern, auf Basis der "Bild-Informationen". Das Problem daran: Kahn wird überhaupt nicht "Markenbotschafter" des FC Bayern.
Da ist das Ding! Meine neue Aufgabe: Ab heute begleite ich mit #Goalplay Torspieler auf ihrem Weg zum Erfolg. Mehr: https://t.co/21GJ2pXD0C
— Oliver Kahn (@OliverKahn) October 11, 2016
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In einem Facebook-Video stellt Kahn sein neues Projekt vor. Dabei handelt es sich um ein kommerzielles Projekt zur Schulung von Torhütern. Offensichtlich hat man Kahn mit einem Knebelvertrag dazu verpflichtet, nur noch von "Torspielern" statt von Torhütern zu sprechen. Das scheint auf den ersten Blick auch schon das Spektakulärste an den "großen Aufgaben" zu sein, die auf Kahn warten.
Eine große Erkenntnis aber bleibt. Um Uli Hoeneß zu paraphrasieren: Mit so einer Öffentlichkeitsarbeit kann man beim FC Bayern nicht mal Greenkeeper werden.