Ottmar Hitzfeld "Er wird es schon richten"
Mailand - Bixente Lizarazu war der erste, der genau wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Der kleine Franzose ging inmitten der Jubelorgie auf Ottmar Hitzfeld zu, drückte ihm den silbernen Pott in die Hand und trug den Erfolgscoach gemeinsam mit seinen Kollegen auf Händen in die Fankurve. Dort wurde der 52-Jährige von 25.000 begeisterten Münchner Anhängern lautstark gefeiert: "Ottmar Hitzfeld, du bist der beste Mann!"
Ovationen, die sich Hitzfeld verdient hat. Seit drei Jahren ist er Trainer beim deutschen Rekordmeister - und seit drei Jahren ist der Erfolg zum FC Bayern zurückgekehrt: Dreimal in Folge gewannen die Münchner die deutsche Meisterschaft, einmal den DFB-Pokal und jetzt durch ein 6:5 im Elfmeterschießen (1:1 n.V.) gegen den FC Valencia auch den lange ersehnten Titel in der Champions League.
Ein Denkmal beim FC Bayern ist Hitzfeld deshalb schon jetzt sicher. Doch der ehemalige Mathematik- und Sportlehrer will mehr. Wo andere am Höhepunkt ihrer Tätigkeit abtreten, sieht Hitzfeld neue Aufgaben und Ziele - wie auch Manager Uli Hoeneß weiß: "Für ihn gibt es genügend Herausforderungen. Die größte ist, dass der FC Bayern das Niveau hält und da oben bleibt." Davon ist Hitzfeld überzeugt ist. Schon in der Stunde des Triumphes in Mailand dachte er an die Zukunft: "Ich will gerne länger bei Bayern München bleiben. Ich gehe mit großem Optimismus in die neue Saison."
"Er ist ein Glückskind"
Die Zuversicht beim FC Bayern ist derzeit hauptsächlich mit den Namen Hitzfeld verbunden. "Ottmar hat beim FC Bayern immer Erfolg gehabt. Er ist ein Glückskind. Wir hoffen, dass er uns noch lange dieses Glück beschert und hoffen natürlich weiter auf seine gute Arbeit", lobt Hoeneß den Gentleman, der nach eigener Aussage aber auch einmal laut werden kann.
Allerdings selten, sonst werde man unglaubwürdig, betont Hitzfeld, der bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) derzeit als erfolgreichster Trainer der Champions League geführt wird. Neben den Erfolgen mit Borussia Dortmund 1997 und dem FC Bayern 2001 erreichte der 52-Jährige zudem einmal das Finale (1999) und einmal das Halbfinale (2000).
Champions-League-Siege mit zwei verschiedenen Clubs
Als zweiter Trainer nach Ernst Happel (1970 mit Feyenoord Rotterdam, 1983 mit dem Hamburger SV) gewann Hitzfeld mit zwei verschiedenen Klubs den Landesmeister-Pokal. Erfolge, die nicht von ungefähr kommen, meinen die Spieler des FC Bayern. "Er ist einer der besten Trainer, die ich je hatte. Er ist der Grund, warum wir einen guten Geist in der Mannschaft haben", betont Welt- und Europameister Lizarazu.
Nationalkeeper Oliver Kahn erklärt das Erfolgsgeheimnis von Hitzfeld so: "Er vermittelt auf sachliche Art hundertprozentige Überzeugung. Man hat das Vertrauen - nach dem Motto: Er wird es schon richten." Für Mehmet Scholl ist Hitzfeld "absolut überragend, wie er mit Spielern umgeht, wie er auf Situationen reagiert". Es stimme einfach die Grundeinstellung zu den Spielern.
"Der beste Trainer der Welt"
Kapitän Stefan Effenberg schwärmt sogar vom "besten Trainer der Welt". Und der soll den Bayern möglichst lange erhalten bleiben. Präsident Franz Beckenbauer bot Hitzfeld, der noch bis zum 30. Juni 2004 unter Vertrag steht, schon wiederholt einen Rentenvertrag an.
Selbst für den Fall, dass Hitzfeld keine Lust mehr hat, im Trainingsanzug auf dem Platz zu stehen, weiß der Bayern-Boss bereits eine Lösung: "Dann könnte ich mir vorstellen, dass Ottmar nach dem Vorbild von Alex Ferguson bei Manchester United Teammanager wird."