Ottmar Hitzfeld: Weg mit der Halle! - DER SPIEGEL
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Ottmar Hitzfeld Weg mit der Halle!

Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld sieht im DFB-Hallenpokal keinen Sinn mehr und fordert die Abschaffung der Indoor-Runde
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - "Es müssen sich alle Beteiligten zusammensetzen und überlegen, ob das bei dieser kurzen Vorbereitung überhaupt noch sinnvoll und zeitgemäß ist", erklärte der Meistercoach, "da muss man verstehen, wenn die besten Spieler oder die, die verletzungsanfällig sind, geschont werden." Beim DFB-Hallenmasters am Wochenende in Dortmund, für das der FC Bayern als deutscher Meister und Pokalsieger automatisch qualifiziert ist, werden die Münchner deshalb allenfalls mit einer B-Mannschaft antreten. "Wir haben am Freitag ein wichtiges Spiel auf Malta. Dort werden die besten 14, 15 Spieler dabei sein", stellte Hitzfeld klar. Der 51-Jährige wird nicht nach Dortmund reisen und stattdessen mit den Stammkräften nach dem Spiel am Freitag gegen die Nationalmannschaft von Malta direkt ins Trainingslager nach Malaga in Spanien fliegen.

Lizarazu-Teilnahme am Trainingslager unklar

Die Hallenspieler werden am Sonntag nachkommen. Fraglich ist allerdings weiterhin, ob der von der baskischen Terror-Organisation Eta bedrohte Bixente Lizarazu am Trainingslager teilnehmen wird. "Das müssen die spanischen und französischen Behörden entscheiden und letztendlich auch verantworten", sagte Bayern-Pressechef Markus Hörwick. Eine definitive Entscheidung über die Teilnahme des französischen Welt- und Europameisters soll am Donnerstag fallen.

Während Hitzfeld für die Abschaffung des Hallenpokals plädiert, hält er das Festhalten an der Bundesliga-Winterpause für unerlässlich. "Die Pause ist sehr wichtig. Da waren sich auch alle Spitzentrainer bei einer Champions-League-Tagung zuletzt einig."

"Man muss irgendwann einmal abschalten können"

Der Druck werde immer größer, meinte Hitzfeld: "Da muss man irgendwann einmal abschalten können, um den Standard zu halten." Deshalb plädiere selbst Alex Ferguson von Manchester United für eine Winterpause in England, so Hitzfeld. Fünf Wochen Pause, zwei im Winter, drei im Sommer, seien daher "das Mindeste, um den Spaß am Fußball zu erhalten".

Dennoch kann Bayern-Präsident Franz Beckenbauer die Beschwerden der Spieler über die hohe Belastung nicht mehr hören. "Vor allem diese Jammerei mit den Spielen. Die sollen mit dem Jammern aufhören und Fußball spielen", drohte der Münchner Vereinschef in "Sport-Bild" und prangerte gleichzeitig die Disziplinlosigkeiten einiger Bayern-Spieler an.

Beckenbauer will für "frisches Blut" sorgen

Insbesondere das Auftreten der Mannschaft, allen voran der heftig kritisierte Aufritt von Kapitän Stefan Effenberg auf der Weihnachtsfeier, hat Beckenbauer zuletzt missfallen: "Da heißt es: Wehret den Anfängen. Ab sofort läuft das anders." Deshalb müsse man "a bisserl frisches Blut reinbringen für die neue Saison. Es scheint jetzt so ein gewisser Trott hineinzukommen. Diese Spannung ist im Moment nicht da".