Papa Kahn "Es war kein Torwartfehler"
München - "Im ersten Moment dachte ich: die Nässe. Der Effet des Balles. Oder er war abgefälscht", sagte Oliver Kahns Vater Rolf in einem "AZ"-Interview, "als ich die TV-Bilder sah, habe ich erkannt: Es war kein Torwartfehler, der Ball sprang unregelmäßig auf und Oliver ging eben spekulativ in die linke Ecke."
Am vergangenen Dienstag hatte Oliver Kahn im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid kurz vor dem Abpfiff den Gegentreffer zum 1:1-Endstand verschuldet. Einen Freistoß des brasilianischen Weltmeisters Roberto Carlos aus 35 Metern hatte der Bayern-Torwart unter seinem Körper durchrutschen lassen.
"Das ist eben das Torwartleben. So etwas kann dir immer wieder passieren. Im Torwartgeschäft kann sich die Welt in Sekunden verändern", hatte Kahn später erklärt, "in so einem Moment hat man nur Fluchtgedanken im Kopf, da will man nur weg vom Ort des Geschehens."
Für das Rückspiel am 10. März in Madrid hat sich Kahn einiges vorgenommen: "Wer mich kennt, der weiß, dass ich regelrecht über mich hinauswachsen werde. Wenn das Tor dazu führen sollte, dass wir ausscheiden, werde ich natürlich die volle Verantwortung übernehmen. Aber so weit ist es noch nicht. Es sind Momente, in denen man als Sportler besonders gefordert ist. Dann gewinne ich das Spiel eben alleine."