Personalsorgen: Löw mit Notelf in Wembley - DER SPIEGEL
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Personalsorgen Löw mit Notelf in Wembley

Frings, Ballack und jetzt auch noch Klose: Wenn Deutschland nächste Woche im neuen Wembley-Stadion auf England trifft, werden einige prominente Nationalspieler nur vor dem Fernseher sitzen. Bundestrainer Löw erlebte vor dem ewigen Duell die größte Absagewelle seiner Amtszeit.
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Verletzter Klose: Schmerzhafte Außenbanddehnung

Verletzter Klose: Schmerzhafte Außenbanddehnung

Foto: AP

Hamburg - Nach Mittelfeldspieler Sami Khedira vom VfB Stuttgart mussten heute auch WM-Torschützenkönig Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger (beide Bayern München) für das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England am Mittwoch im neuen Wembley-Stadion (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) absagen.

"Wir müssen erstmal die Frage klären, wer körperlich zu hundertprozent in der Lage ist, aufzulaufen. Erst dann können wir uns Gedanken machen, wie wir genau an dieses Spiel herangehen. In Jens Lehmann, Bernd Schneider und Christoph Metzelder haben wir aber einige erfahrene Spieler, denen wir Verantwortung übertragen müssen", sagte Löw. "Sicherlich sind das sehr viele Ausfälle, und ich mache mir so langsam meine Gedanken. Aber wir müssen jetzt das Beste daraus machen und mutig diese Reise antreten", forderte Löw.

Während Miroslav Klose nach einem Foul des Brasilianers Naldo beim 4:0-Erfolg von Rekordmeister Bayern München bei Werder Bremen eine schmerzhafte Außenbanddehnung im rechten Knie erlitt und voraussichtlich eine Woche pausieren muss, kann Schweinsteiger aufgrund von starken Rückenproblemen nicht mit nach London reisen. Zuvor hatte bereits Khedira wegen eines Außenbandanrisses im rechten Fuß sein Nationalmannschafts-Debüt absagen müssen. "Die ganze Woche hat sich schon so hingezogen. Man musste immer wieder parallel planen", berichtete der 47-Jährige von der bislang schwierigsten Kaderbildung in seiner einjährigen Amtszeit.

Dafür nominierte Löw heute Gonzalo Castro von Bayer Leverkusen und David Odonkor vom spanischen Erstligisten Betis Sevilla nach. WM-Held Odonkor spielte zuletzt in der EM-Qualifikation auf Zypern im November 2006 (1:1) für die DFB-Auswahl, Castro absolvierte sein bislang einziges Länderspiel beim 0:1 Ende März in Duisburg gegen Dänemark. Gleichzeitig dürfen die Neulinge Serdar Tasci (VfB Stuttgart) und Christian Pander (Schalke 04) auf ein Debüt vor großer Kulisse hoffen.

"Es ist egal, mit welchem Kader wir nach England reisen. Wir werden optimistisch in das Spiel gehen und das Beste aus unserer Situation machen. Es wäre fatal, wenn wir glauben würden, wir könnten durch die Ausfälle nur mit Defensivarbeit in England bestehen", sagte Löw heute dem sid und kündigte für die Partie gegen die "Three Lions" eine offensive Grundausrichtung an: "Wir werden schnell und zielstrebig nach vorne spielen und versuchen, Tore zu erzielen. Nur wenn wir so spielen, haben wir eine Chance."

Der Bundestrainer muss im ersten Länderspiel der EM-Saison neben Khedira, Klose und Schweinsteiger bereits auf Kapitän Michael Ballack (Aufbautraining), Mario Gomez (Oberschenkelverletzung), Torsten Frings (Schäden am Innen- und Kreuzband im rechten Knie), Tim Borowski (Knieverletzung), Lukas Podolski (Trainingsrückstand), Jan Schlaudraff (Bandscheiben-OP), Clemens Fritz (Bauchmuskelzerrung) und Marcell Jansen (Verletzung am Wadenbeinkopf) verzichten.

Löws Pendant Steve McClaren hat ebenfalls Personalsorgen und muss ohne Sol Campbell auskommen. Der routinierte Verteidiger vom FC Portsmouth hat nach Angaben von Vereinstrainer Harry Redknapp eine Leistenverletzung erlitten und stand seinem Club schon am Samstag beim 3:1-Erfolg gegen die Bolton Wanderers in der Premier League nicht zur Verfügung. Außerdem fällt bei den Engländern der angeschlagene Angreifer Wayne Rooney aus.

mig/sid