Pokal-Schiebung Paderborn wirft Hackmann Parteilichkeit vor
Hamburg - "Mit Nachdruck verwehrt sich der SC Paderborn gegen die Darstellung von Werner Hackmann im Hinblick auf eine Beteiligung Paderborner Spieler an der Manipulation des DFB-Pokalspiels gegen den Hamburger SV", hieß es in einer Pressemitteilung des Drittligisten, "es entspricht nicht den Tatsachen, dass Paderborner Spieler zugegeben hätten, an der Manipulation beteiligt gewesen zu sein. Im Gegenteil, dies wird von allen Spielern ausdrücklich bestritten."
Hackmann hatte in einem NDR-Interview die Wiedereingliederung des damals mit 2:4 unterlegenen HSV in den laufenden Wettbewerb befürwortet. "Es wäre schön, wenn es gelingen könnte, wobei ich nicht davon ausgehe, dass es zu einer Wiederholung des Spiels kommt. Denn nachdem auch Paderborner Spieler zugegeben haben, dass sie an der Manipulation beteiligt sind, muss nach meinem Rechtsverständnis das Sportgericht zu dem Schluss kommen, dass Paderborn das Spiel am grünen Tisch verloren hat", sagte Hackmann.
"Es wäre also schön, wenn der HSV wieder in den Pokal eingreifen könnte, aber entscheiden muss das Sportgericht", so der frühere HSV-Präsident weiter. Hackmann bezieht sich dabei auf die Aussage des Paderborner Kapitäns Thijs Waterink, unmittelbar vor dem Spiel 10.000 Euro von einem Dritten angenommen und später im Mannschaftskreis verteilt zu haben. Der Niederländer war es auch, der beim Stande von 0:2 unbedrängt im Strafraum zu Fall kam, woraufhin Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer den Gastgebern einen Strafstoß zusprach.
Wird Bundesliga-Club einem Drittligisten vorgezogen?
Die Annahme des Geldes werten die Paderborner aber nicht als Beteiligung an einer Manipulation. "Ein direkter Bezug von der Annahme einer Prämie durch den Spieler Waterink zur Manipulation des Spiels lässt sich nach bisherigem Stand der Ermittlungen nicht nachweisen. Für den SCP besteht daher der Verdacht, dass Hackmann ganz bewusst im Vorfeld der Anhörung vor dem DFB-Sportgericht aus alter Verbundenheit zum Hamburger SV, eine Vorverurteilung vornehmen will." Am Freitag wird über den Einspruch des HSV gegen die Spielwertung entschieden.
Paderborn ist zu einer Wiederholung des Spiels bereit, der HSV fordert, nachträglich zum Sieger erklärt zu werden und weiter am DFB-Pokal teilnehmen zu dürfen. "Solange eine bewusste Manipulation durch Paderborner Spieler nicht nachgewiesen werden kann, muss auch für SCP-Spieler die Unschuldsvermutung gelten. Nach den jüngst Äußerungen drängt sich der Verdacht auf, dass ein Bundesliga-Verein einem Regionalliga-Klub vorgezogen werden soll", ließ Paderborn verlauten.
Am 15. Februar wird sich das DFB-Sportgericht zudem mit dem Einspruch des Fußball-Zweitligisten Wacker Burghausen gegen die Wertung des Ligaspiels bei LR Ahlen (0:1) beschäftigen. "Wir haben dann ein Pokalspiel und ein Zweitligaspiel verhandelt. Dann wird man sehen, inwieweit gewisse Sachverhalte ähnlich sind und man weitere Verhandlungen zusammenlegen kann", so der Vorsitzende des Sportgerichts, Rainer Koch. Insgesamt 13 Spielwertungen werden derzeit offiziell angefochten, darunter ist eine Partie der 1. Bundesliga (Kaiserslautern gegen Freiburg).
Die Zweitliga-Partie zwischen Ahlen und Burghausen war am 22. Oktober 2004 vom Hauptbeschuldigten Hoyzer geleitet worden. Dabei entschied der Berliner Schiedsrichter in der 66. Minute auf einen fragwürdigen Handelfmeter, der zum Sieg der Ahlener führte. Hoyzer hatte bereits zugegeben, das Spiel manipuliert zu haben. "Wir müssen zusehen, wo Spielwiederholungen möglich sind. Wenn es geht und Sinn macht, wollen wir Sportgerechtigkeit herstellen", sagte der Geschäftführende DFB-Präsident Theo Zwanziger.